Die Märchen der Gegner

Die Gegner der Altersvorsorge jonglieren mit Zahlen und verbreiten Unwahrheiten. Zeit, ihre Lügenmärchen zu entlarven.

Das Märchen von der Giesskanne!

Wer die Giesskanne nicht mag, hat entweder keinen Garten oder das Funktionieren der AHV nicht verstanden. Die Giesskanne ist ein sehr gutes und vor allem unbürokratisches Verteilungsinstrument - auch wenn ein paar Tröpfchen an Orte fallen, wo sie nicht benötigt würden. Ja, es ist richtig, dass auch von den 70 Franken Zuschlag alle AHV-Bezügerinnen profitieren, auch die Reichen, die darauf nicht angewiesen sind. Aber das ist der Preis dafür, dass die Gutverdienenden in die solidarische Finanzierung der AHV eingebunden bleiben. AHV-Beiträge werden bekanntlich auf dem ganzen Lohn erhoben. Die Reichen bezahlen also viel mehr ein, als sie jemals an AHV beziehen werden, selbst wenn sie ganz lange leben.

"Die Reform gefährdet die Stabilität der AHV"

Die AHV-Defizite in den vergangenen drei Jahren sind der demografischen Entwicklung geschuldet. Die Babyboomer kommen in Rente, und die AHV braucht eine zwischenzeitliche Zusatzfinanzierung. Diese wird auch über eine Erhöhung der Lohnbeiträge finanziert (Anhebung um je 0.15 Prozent für Arbeitgeber und Arbeitnehmende) sowie über die Zusatzfinanzierung durch die Mehrwertsteuer. Damit ist die Finanzierung der AHV für die nächsten Jahre stabilisiert. Wenn die AHV keine roten Zahlen schreibt, sind auch die Forderungen nach Rentenalter 67 nicht gerechtfertigt. Ohne diese Reform würde es lange dauern, bis eine neue Vorlage parat ist. In dieser Zeit würden sich die AHV-Finanzen sehr bedenklich entwickeln: Wasser auf die Mühlen jener Kreise, die das Pensionsalter allgemein heraufsetzen wollen.

Alles auf Kosten der Jungen?

Das die Jüngeren die Renten der Älteren finanzieren, ist Teil des Generationenvertrags, auf dem die AHV seit ihrer Einführung beruht. Der Anspruch der jungen Generation bleibt erhalten: Geht sie eines Tages in Pension, erhält auch sie eine Rente, die von denn dannzumal Erwerbstätigen finanziert wird. Die AHV entlastet die junge Generation aber auch: Seit ihrer Einführung musste die Altersvorsorge nicht mehr privat geregelt werden, sondern die Sorge für ältere Menschen wurde teilweise auch staatliche Aufgabe. Das ist richtig so. Auch bei der Einführung der AHV 1948 hätte man so argumentieren können: Die Jungen müssen zahlen, und die Alten - damals eine Generation, die tatsächlich nichts in die AHV eingezahlt hatte - profitieren. Am Ende profitieren alle (ausser die Allerreichsten, die sich auch ohne AHV alles leisten könnten).

Anders sieht es in der zweiten Säule aus: dort sind die Jungen momentan tatsächlich benachteiligt. Die steigende Lebenserwartung führt im Kapitaldeckungsverfahren dazu, dass viele Pensionskassen die Umwandlungsätze nicht mehr zahlen können und die technischen Parameter senken. Für die Pensionskassen bedeutet dies, dass eine Umverteilung auf Kosten der Erwerbstätigen sattfindet. Sie müssen einen Teil der laufenden Renten mitbezahlen, statt für die eigene Rente zu sparen. Die Altersreform 2020 reagiert darauf mit der Senkung des Umwandlungssatzes. Die meisten öffentlichen Pensionskassen sind von dieser Senkung des Umwandlungssatzes jedoch nicht betroffen, da der Umwandlungssätze in Realität bereits tiefer sind.

Mehr Argumente für die AV2020 auf der Seite des » Bundesamts für Sozialversicherungen