No «No-Billag»!

©SGB

Wer würde von der Abschaffung der SRG profitieren? Private ausländische Sender und Firmen wie Google und Facebook. Und Blocher-TV.

Ich bezahle nur was ich schaue?

Die Initiative «No-Billag» zielt auf den öffentlichen Rundfunk und damit auf eines der wichtigen Bindemittel der Schweiz. Natürlich hat sich das Medienkonsumverhalten von Herrn und Frau Schweizer gewandelt. Das ändert aber nichts daran, dass Fernsehen und Radio nach wie vor die wichtigsten Informations- und Unterhaltungsmedien im Land sind. Und dabei geht es diesmal überhaupt nicht um die Frage, ob wir "Glanz und Gloria" eine gute Sendung finden, ob die Wetterprognose wiedermal daneben lag oder ob sich die Tagesschaumoderatorin verhaspelt. Nein: Jetzt geht es um die Existenz des öffentlichen Radios und Fernsehen.

Die Produktion von Radio- und vor allem von TV-Sendungen ist teuer. Was man in der kleinen Schweiz mit Werbegeld einnimmt, reicht dafür nicht aus. Schon gar nicht für ein Programm für die sprachlichen Minderheiten in der Schweiz. Und ebenso wenig für Filmunterstützung. "Die göttliche Ordnung", ein Erfolgsfilm in den in- und ausländischen Kinos, wäre ohne SRG nicht möglich. Ebenso wenig gäbe es den "Bestatter" oder "Wilder". Die Initiative will ja die Billag-Gebühr, die den Service public grossmehrheitlich finanziert, streichen, und Bundessubventionen verbieten. Das würde auch für die meisten Lokalradios und Lokalfernsehen, die ebenfalls zu beträchtlichen Teilen aus dem Gebührentopf finanziert werden, das Ende bedeuten. Und im Fernsehen liefe ausländischer Einheitsbrei.

Wer gewinnt?

Alle, die in irgendeiner Form einer Minderheit angehören, sei's punkto Sprache oder punkto Musikgeschmack, wären bei einer Annahme dieser Initiative auf der Verliererseite. Ebenso alle, die sich nicht, wie Blocher, Medienmacht zusammenkaufen können. Die Alternative wären Teleblocher 1, Teleblocher 2 und Teleblocher Info. Plus Pay-TV. Auch Sport-Fans sollten sich nämlich keinen Illusionen hingeben: Wichtige Sportereignisse werden bei Annahme der Initiative ins Bezahlfernsehen abwandern. Statt 365 Franken für ein Vollprogramm zahlen sie dann bei mysports.ch 300 Franken - allein für Sportübertragungen. Ganz zu schweigen vom politischen Auftrag auf nationaler, kantonaler und regionaler Ebene. Würde etwa RTL von den Zürcher Stadtratswahlen berichten?

Die Initaitive «No-Billag» ist ein direkter Angriff auf die Demokratie. Der VPOD bittet dringend alle Stimmberechtigten am 4. März zur Urne: Diese Initiative muss deutlich abgelehnt werden.

Ein Beispiel von Vielen

Die Initiative «No-Billag» ist nur ein Beispiel für die zahlreichen Angriffe auf den Service public, die der VPOD als Gewerkschaft des Personals der öffentlichen Dienste bekämpft.

Mehr Informationen auf unserer Themenseite » Angriffe auf den Service Public.

Service public gehört uns allen, oder?