Die VPOD-Hauswarte stellen sich gegen unnötige Bürokratie und Auslagerungen

Von: Natascha Wey

Die zunehmende Bürokratisierung des Hauswarteberufs sowie das Verhindern von Auslagerungen waren Themen an der 15. Verbandskonferenz der Verbandskommission Wartung & Reinigung des VPOD.

Zum Abschied des langjährigen Kommissionspräsidenten Jakob Hauri beschloss die Verbandskommission, die 15. Verbandskonfernez an dessen Arbeitsort durchzuführen: Über den Dächern von Zürich, im Alumni-Pavillion auf der Polyterasse der ETH wies ETH-Vizepräsident Ulrich Weidmann bereits zu Begrüssung auf die anspruchsvolle Arbeitssituation der Hauswartschaft an der ETH hin: "Ein 24 Stunden-Betrieb, offene Häuser, 220 Gebäude und die Voraussetzung, dass bereits kleinste Unterbrüche im Betrieb grossen Schaden an Experimenten anrichten können, das sind Bedingungen für die Hauswarte an der ETH", so Weidmann. Aufgrund dieser Anforderungen sei vor allem eines gefordert: Exzellenz. Und exzellent, das seien die Hauswarte der ETH.

Bürokratie: Sisyphos oder Segen?

An Hauswarten, die exzellente Arbeit leisten wollen, fehlt es nicht. Aus dem Referat der Bündner Psychologin Sina Bardill wurde aber schnell deutlich: Was die einen als Garant für Qualität verstehen, erschwert anderen zunehmend die Arbeit. Bürokratie, Managementokratie und Überregulierung, waren wichtige Stichworte. In der Tat: Die Arbeit der Hauswarte hat sich in den vergangenen Jahren verändert. Wo früher einfach eine Schraube ersetzt wurde, muss zuerst heute ein Formular ausgefüllt werden. Stunden werden akribisch erfasst, Schulhaus-Klos nicht einfach nur gereinigt, sondern die erfolgte Reinigung auch stündlich auf einem Formular festgehalten, zu Qualitätszwecken und sichtbar für die Besuchenden. Über Sinn und Unsinn solcher Formularitis, beispielsweise in Kindergärten, wo die Klo-Besuchenden des Lesens und Schreibens kaum mächtig sind, ärgern sich die Hauswarte. Die Forderungen aus den Debatten waren deutlich: Um exzellent zu arbeiten braucht die Hauswartschaft seitens der Arbeitgeber Vertrauen, Autonomie und Augenmass in der geforderten Administration.

Auslagerungen: Tiefere Löhne und trotzdem teurer?

Die Problematik von Auslagerungen in der Reinigung legte VPOD-Generalsekretär Stefan Giger in seinem Referat dar. Was auf den ersten Blick billiger wirke und mit "Konzentration aufs Kerngeschäft" begründet werde, komme langfristig teuerer und führe auch zu einer schlechteren Qualität. Denn wer auslagern möchte, muss dies nach den gesetztlichen Grundlagen des öffentlichen Beschaffungswesen tun. Dabei werden oft versteckte Kosten übersehen, und was man bei den Löhnen einzusparen glaubt, wird für andere Aufwendungen wieder aufgebraucht. Beispielsweise muss Mehrwertsteuer bezahlt werden und Auslagerungen führen in der Regel zu einer Verschiebung von Betrieb hin zu Administration: Schliesslich muss jemand die geleiste Arbeit kontrollieren, die Kommunikation mit der externen Firma sicherstellen und die Aufträge alle 4 Jahre wieder neu ausschreiben.

"Aus all diesen Gründen stellt sich der VPOD ganz grundsätzlich und klar gegen Auslagerungen", betonte der scheidende Kommissionspräsident Jakob Hauri in seinem Schlusswort. Die in Gruppen getätigte Diskussion wird für die nächste Kommission in einem Positionspapier festgehalten, denn den Privatisierern soll klar gemacht werden: Die Hauswartschaft des VPOD hat Strategien und gute Argumente dagegen.

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Galerie: Verbandskonferenz Wartung & Reinigung