Pflege daheim: Angehörige leisten im Schnitt rund 50 Stunden pro Woche

Mehr als ein Vollzeitjob: Betreuung von pflegebedürftigen Angehörigen. Foto: © Peter Atkins

Von: Christine Flitner

Die Pflege eines Verwandten ist oft mehr als ein Vollzeitjob: 63 Stunden in der Wochen fallen laut einer aktuellen Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung in einem Haushalt mit einer pflegebedürftigen Person an.

Die Studie aus Deutschland zeigt, dass gut 70% der Pflegebedürftigen zuhause versorgt werden, am häufigsten von Ehefrauen, Töchtern oder Schwiegertöchtern. Die Vereinbarkeit der Pflegeaufgaben mit einem Beruf gestaltet sich schwierig: rund ein Drittel der Hauptpflegepersonen hat die Arbeitszeit im Job reduziert, rund 44 Prozent dieser Gruppe sind gar nicht erwerbstätig. Die SwissAgeCare-Studie zum Thema Erwebstätigkeit und Angehörigenpflege aus dem Jahr 2010 hatte für die Schweiz gezeigt, dass sogar zwei Drittel der pflegenden Angehörigen ihr Pensum reduziert hatten. Das zeigt, dass bei diesem Thema dringender Handlungsbedarf besteht. Unsere Nachbarländer Frankreich, Deutschland, Österreich und Italien haben schon länger unterschiedliche Formen des kürzeren und längeren Pflegeurlaubs eingeführt. Es ist höchste Zeit, dass die Schweiz nachzieht. Der Bundesrat hat vor einiger Zeit den Auftrag gegeben, verschiedene Modelle für einen Pflegeurlaub auszuarbeiten. Die Vorschläge sollen Ende 2017 vorliegen.

Der VPOD fordert neben einem Recht auf Kurzabsenzen von bis zu 10 Tagen ein Recht auf vorübergehende Reduktion der Arbeitszeit sowie ein Recht auf unbezahlten Urlaub.

Mehr Informationen in der » Studie der Hans-Böckler-Stiftung "Pflege in den eigenen vier Wänden"

Mehr Informationen zum » Aktionsplan des Bundesrats zur Angehörigenpflege

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