Die unverschuldeten Minusstunden wurden doch noch vergütet – dank dem VPOD

Lehrerin D. erlitt einen Beinbruch mit ungeahnten Komplikationen. Als sie die Stelle verliess, wurde ein Teil ihres Lohnes wegen Minusstunden zurückbehalten. Dagegen wehrte sie sich mit Unterstützung des VPOD erfolgreich.

Ein Unglück kommt selten allein. Wie gut ist es in solchen Momenten, eine starke Organisation wie den VPOD im Rücken zu haben. Als Kollegin D. ihre Lehrerstelle verliess, um eine neue anzutreten, lag sie mit der Arbeitszeit im Minus. Ein Grossteil des ausstehenden Lohns wurde ihr nicht ausbezahlt. Damit war sie nicht einverstanden. Denn sie hatte Vorschläge gemacht, um ihr Unterrichtspensum von 70 Prozent zu erfüllen, doch vergebens. Wie war sie überhaupt ins Minus geraten?

Ein Sturz mit Folgen

An einem trüben Wintertag war sie auf schneebedecktem Glatteis ausgerutscht und hatte einen – unkomplizierten – Beinbruch erlitten. Der Orthopäde entschied, statt einer Operation das Bein einzugipsen. D. sollte es möglichst konsequent hochlagern und unter allen Umständen vermeiden, während längerer Zeit sitzend zu arbeiten. Sie wurde zu 100 Prozent krankgeschrieben. Dennoch verlangte die Abteilungsleitung von ihr, Prüfungen zu korrigieren und Unterrichtsvorbereitungen fertigzustellen. Um allfälliger Kritik vorzubeugen, sie würde die Interessen der Bildungsinstitution nicht wahrnehmen, erledigte sie das Gewünschte unverzüglich.
Doch die Folgen waren gravierend. D. erlitt eine Lungenembolie, musste ins Spital und erhielt eine Therapie. Die Medikamente, die sie auch nach Wiederaufnahme der Arbeit einnehmen musste, schwächten als Nebenwirkung
ihre Immunabwehr massiv. Nach einer Arbeitstagung in einem schlecht beheizten Raum bekam sie Fieber, und ihr wurde übel. Als die Symptome auch nach vier Tagen nicht verschwunden waren, ging sie zur Hausärztin,
die sie mit Verdacht auf Blutvergiftung als Notfall ins Spital einwies. Tatsächlich. Der Heilungsprozess dauerte lange. Als Lehrerin D. endlich, nach fünf Monaten Abwesenheit, an ihren Arbeitsort zurückkehrte, wurde ihr keine Entlastung zugestanden. Zu allem Ungemach hatte die Institutsleitung während ihrer unfall- und krankheitsbedingten Abwesenheit kommuniziert, sie leide an einem Burnout. Das Arbeitspensum wurde
ihr ohne Begründung gekürzt. Lektionen, die zu vergeben waren, wurden anderen zugeteilt, auch Vertretungen oder sonstige – beispielsweise administrative – Aufgaben, die sie bereitwillig übernommen hätte, enthielt man
ihr vor. Andererseits legte sie im Zusammenhang mit der internetbasierten Lernplattform «Moodle» ein grosses
Engagement an den Tag. An entsprechenden Arbeitsmaterialien arbeitete D. ausgiebig, ohne dass
ihr dies abgegolten wurde. Anderen altgedienten Lehrkräften erging es ähnlich, so dass die Kollegin
nicht die einzige war, die sich nach einer neuen Stelle umsah.

Einvernehmliche Lösung

Als sie gekündigt hatte, stellte man D. ein durchaus gutes Arbeitszeugnis aus, das gewiss nicht so formuliert worden wäre, wenn es tatsächlich Grund für schwerwiegende Vorwürfe hinsichtlich ihrer Leistung gegeben
hätte. Deshalb war die Kollegin nicht bereit, auf den ihr vorenthaltenen Lohn zu verzichten. Nach 24-jähriger Anstellung war ihr gleichzeitig an einer einvernehmlichen Lösung mit der Institutionsleitung sehr gelegen –
sie wollte nicht im Streit von dannen ziehen. Mit dem VPOD-Vertrauensanwalt konnte eine annehmbare
Vereinbarung erzielt werden. Erleichtert fuhr D. in die Ferien, um gut erholt und gesundheitlich
gestärkt die neue Stelle anzutreten.

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