Finanzierung des Schweizer Gesundheitswesens

In der Öffentlichkeit wird das Gesundheitswesen vor allem mit explodierenden Kosten in Zusammenhang gebracht. Viel wichtiger ist aber die Frage der Finanzierung.

Ein paar Zahlen

Der Gesundheitssektor ist ein sehr grosser und wichtiger Sektor. Die Ausgaben (BFS, Stand: 2013) von rund 70 Milliarden Franken machen knapp 11% des Bruttoinlandproduktes (BIP) aus.

Monatliche Ausgaben pro Person: 713 CHF. 37% werden durch die obligatorische Grundversicherung gedeckt, 24% direkt durch Privathaushalte (Zahnarzt, Pflegeheime, Kostenbeteiligung an Krankenversicherung etc.), 20% durch den Staat , 7% durch Zusatzversicherungen, 6% durch IV und UVG, 4% durch andere Träger der sozialen Sicherheit (EL).

Nicht einberechnet ist die Gratis-Pflegearbeit, die vorwiegend durch Frauen geleistet wird. Geschätzte Grössenordnung: 5.5 Mia Franken. Im Vergleich dazu macht die bezahlte Care-Arbeit (Heime und Spitex) mit 1.8 Mia Franken einen Drittel der gesamten Pflegearbeit aus. Die steigende Lebenserwartung der Gesellschaft bei gleichzeitig abnehmender Bereitschaft der Frauen zur Gratisarbeit wird die Schweiz besonders in der Langzeitpflege vor grosse finanzielle Herausforderungen stellen.


Bürgerliche Rezepte zur Kostensenkung im Gesundheitswesen

2012 wurden nach amerikanischem Vorbild das Fallpauschalen-System (DRG) in den Spitälern eingeführt. Diese sollen die Spitäler dazu zwingen, effizienter zu wirtschaften, um sich so gegen andere Spitäler im freien Wettbewerb zu behaupten. Seither sind diverse Spitäler durch den Kostendruck in eine gefährliche finanzielle Schieflage geraten. Krankenkassen gehen vor Gericht, um tiefere Pauschalen durchzusetzen. Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass unterschiedliche Kosten der Spitäler nicht Unterschiede in der Effizienz bedeuten müssen, sondern mit den unterschiedlichen Leistungen zu tun haben, welche die Spitäler erbringen.