Besonders gefährdete Personen

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Das neue Coronavirus ist für Personen ab 65 Jahre und für alle Erwachsenen mit einer Vorerkrankung besonders gefährlich. Sie können schwer erkranken und werden deshalb besonders geschützt.

++Stand: 27. September 2021

Der Bundesrat hat zum 18. Januar 2021 bis auf weiteres folgende Massnahmen in Kraft gesetzt: Besonders gefährdete Personen werden spezifisch geschützt. Dazu wird das Recht auf Homeoffice oder ein gleichwertiger Schutz am Arbeitsplatz oder eine Beurlaubung für besonders gefährdete Personen eingeführt.

Für gefährdete Personen in Berufen, in denen die Schutzbestimmungen nicht umgesetzt werden können, muss der Arbeitgeber - unter den gegebenen Voraussetzungen (s. Art. 27a Covid-19-VO 3) - die betroffenen Arbeitnehmenden unter voller Lohnzahlung von der Arbeitspflicht befreien. In diesen Fällen besteht ein Anspruch auf Corona-Erwerbsersatz

Als besonders gefährdete Personen gelten gemäss Art. 27a Abs. 10 und 10bis Covid-19-VO 3 (Stand 1. Juli 2021) schwangere Frauen, sofern sie nicht gegen Covid-19 geimpft
sind oder als genesen gelten sowie Personen mit bestimmten Erkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes, Herz-​Kreislauf-Erkrankungen, Chronische Atemwegserkrankungen, Adipositas Grad III [morbid, BMI ≥ 40 kg/m2], Krebs sowie Erkrankungen und Therapien, die das Immunsystem schwächen) oder genetischen Anomalien nach Anhang 7, die sich aus medizinischen Gründen nicht impfen lassen können und nicht als genesen gelten.

Für die Betroffenen genügt die Vorlage eines ärztlichen Attests durch die Arbeitnehmenden. Die Lohnkosten werden im Rahmen der Erwerbsersatzordnung von der Ausgleichskasse übernommen


Arbeitgeber haben gegenüber schwangeren Frauen generell besondere Fürsorgepflichten, die in Bezug auf COVID-19 konkretisiert wurden.

Konkret heisst dies, dass Arbeitgeber einer schwangeren Person eine Arbeit zuweisen müssen, bei der die Distanzvorschriften eingehalten werden können und bei der sie nicht in Kontakt mit Covid-19-Erregern kommen.
Ist dies nicht der Fall, müssen entsprechende Massnahmen getroffen werden (z.B. technische Massnahmen, organisatorische Massnahmen, Schutzkleidung). Allerdings sind dichtanliegende Schutzmasken (FFP1-3) bei schwangeren Frauen keine akzeptable Lösung und können nicht längere Zeit eingesetzt werden. Kann der Arbeitgeber keine sichere Arbeit zuweisen, sollte die Schwangere die Arbeit im Homeoffice erledigen können. Ist Homeoffice nicht möglich, so muss eine Freistellung von der Arbeit erfolgen (neue Massnahme, gültig ab 20. Januar 2021). Es besteht Anspruch auf Corona-Erwrebsersatz.
Während der Schwangerschaft und in den ersten 16 Wochen nach der Geburt darf der Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis nicht kündigen.

Fragen und Antworten zum Thema Schutz bei Schwangerschaft

Ich bin schwanger und arbeite in einer Kita. Meine Kitaleitung kann mir keine Arbeit ohne Kontakt mit den Kindern zuteilen und sagt, ich müsste eben mit Maske arbeiten.
Ganz generell ist die empfohlene Distanzierung im Alltag bei der Arbeit mit Kindern nicht möglich. Insofern lässt sich die Gefahr einer Ansteckung nicht ganz ausschliessen, auch mit Maske nicht. Nach den aktuell gültigen Regelungen müssen Sie von der Arbeit freigestellt werden, falls Sie keine Arbeit im Homeoffice machen können.

Ich fühle mich unsicher und habe Angst vor Ansteckung. Darf ich zuhause bleiben?
Schwangere dürfen gemäss Arbeitsgesetz (Art. 35a, ArG) nur mit ihrem Einverständnis beschäftigt werden. Sie können auf blosse Anzeige hin – ohne Arztzeugnis – von der Arbeit fernbleiben oder diese verlassen. Allerdings haben sie unter diesen Voraussetzungen kein Recht auf Lohnfortzahlung.
Es ist daher besser, wenn Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt sprechen. Sie / er soll Ihre Situation genau ansehen und feststellen, ob die nötigen Schutzvorkehrungen getroffen wurden. Falls das nicht der Fall ist, kann er / sie ein Beschäftigungsverbot aussprechen, so dass Sie trotzdem Lohn (80%) erhalten.

Ich kann zurzeit nicht arbeiten, weil mir mein Arbeitgeber keine sichere Arbeit zuweisen kann. Wird mir dann der Mutterschaftsurlaub gekürzt?
Nein. Wenn Sie grundsätzlich die Voraussetzungen für den Bezug von Mutterschaftsentschädigung erfüllen, ändert sich dadurch nichts, dass sie jetzt nicht arbeiten können. Sie müssen in den neun Monaten vor Geburt des Kindes obligatorisch in der AHV versichert und während dieser Zeit mindestens fünf Monate lang erwerbstätig sein.

Der Arbeitgeber schickt mich nachhause und verlangt, dass ich jetzt Ferien beziehe, weil er keine sichere Arbeit für mich hat. Darf er das?
Nein. Wenn der Arbeitgeber einer als besonders gefährdet geltenden Person (worunter nicht geimpfte bzw. nicht als genesen geltende Schwangere fallen) keine sichere, angemessene Arbeit anbieten und diese auch nicht im Homeoffice arbeiten kann, müssen stattdessen keine Ferien bezogen werden. Sie haben Anspruch auf 80 % des Lohnes.
Grundsätzlich kann der Arbeitgeber zwar gemäss Gesetz den Zeitpunkt der Ferien bestimmen. Er muss dabei aber die Arbeitnehmenden anhören und auf ihre Wünsche Rücksicht nehmen. Der Arbeitnehmer oder die Arbeitnehmerin hat zudem ein Recht auf frühzeitige Zuteilung der Ferien, im Allgemeinen drei Monate im Voraus.

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17.08.2020Infoblatt Schwangere FrauenPDF (95 kB)

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