Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz

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Die konsequente Umsetzung der Schutzkonzepte ist am Arbeitsplatz das A+O, damit du als ArbeitnehmerIn vor Ansteckung geschützt bist. Was kannst du tun, wenn sie nicht eingehalten werden? Oder sogar aktiv unterlaufen werden? Oder wenn sie gar nicht auf deinen Betrieb passen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.

Hier unten findest du eine kurze allgemeine Checkliste. Wenn du eine der Fragen 1- 10 mit Nein beantwortet hast, müssen die Massnahmen an deinem Arbeitsplatz verbessert werden. Wenn die Schutzkonzepte an deinem Arbeitsplatz nicht eingehalten oder unterlaufen werden, musst du das nicht hinnehmen. Das kannst du tun:

  • Rede mit Kollegen und Kolleginnen, vergleicht eure Erfahrungen. Schreibt eure Forderungen auf.
  • Teilt euren Vorgesetzten/ Arbeitgebern mit, wo das Schutzkonzept nicht genügend umgesetzt wird und welche Verbesserungen es braucht – mündlich und/ oder schriftlich.
  • Wenn der Arbeitgeber keine Massnahmen einleitet, wendet euch an das zuständige » Arbeitsinspektorat und an eure Gewerkschaft.

Wir setzen uns für unsere Mitglieder ein.
Wenn du Fragen hast, wende dich an » dein VPOD-Regionalsekretariat.

CHECKLISTE zum Schutz an deinem Arbeitsplatz

  1. Wird die Maskenpflicht in Innenräumen umgesetzt und eingehalten?
  2. Abstands- und Hygieneregeln: Wird die Distanz von 1.5 m von allen eingehalten? Sind die Hygieneregeln klar und werden sie eingehalten?
  3. Falls die Abstandsregeln in deinem Beruf nicht eingehalten werden können: Gibt es andere Massnahmen gemäss den Richtlinien des BAG (zum Beispiel Trennwände, Homeoffice, o.ä.)
  4. Gibt es im betrieblichen Schutzkonzept klare Angaben zur maximalen Anzahl Personen in Besprechungsräumen, Teamzimmern, Pausenräumen, Sitzungszimmern und werden sie eingehalten?
  5. Gibt es ausreichende Informationen der Geschäftsleitung/ Vorgesetzten zum Vorgehen beim Verdacht einer Covid19-Erkrankung oder -Infektion?
  6. Weisst du, wer für die Umsetzung der Schutzmassnahmen im Betrieb verantwortlich ist?
  7. Werden Quarantänebestimmungen konsequent umgesetzt? (Begeben sich alle Personen, welche Covid19-Symptome haben oder positiv getestet wurden, in Quarantäne?)
  8. Hast du Informationen zum Thema Lohnfortzahlung bei eigener Quarantäne, Quarantäne von Kindern und/ oder Erkrankung an Covid19 erhalten? (Erwerbsersatz, Krankentaggeld, Berufsunfallversicherung etc.)
  9. Falls es in deinem Beruf Schutzmaterial braucht: Ist ausreichend funktionsfähiges Schutzmaterial vorhanden?
  10. Schwangere Frauen:
    a. Gibt es ein betriebliches Konzept zum Schutz von Schwangeren?
    b. Gab es eine Einzelfallprüfung des Schutzkonzepts in Bezug auf deinen Arbeitsplatz?
  11. Gibt es andere Gründe im Zusammenhang mit Covid19, die dazu führen, dass du dich an deinem Arbeitsplatz nicht ausreichend geschützt fühlst? Welche?

Wichtige Fragen und Antworten:

Meine Kollegen tragen ihre Masken immer halb herabgezogen, so dass die Nase nicht bedeckt ist. Ich habe schon mehrmals umsonst gesagt, dass das nicht geht. Was kann ich tun?
Grundsätzlich ist der Arbeitgeber verantwortlich, dass das Schutzkonzept umgesetzt wird. Informiere deine Vorgesetzten, dass es in diesem Punkt klare und unmissverständliche Anweisungen braucht (das kannst du machen, ohne einzelne Personen anzuschwärzen). Wenn der Arbeitgeber die notwendigen Schutzmassnahmen nicht durchsetzt, kannst du die Arbeit verweigern (also beispielsweise die Teilnahme an einer Sitzung, wo die Masken nicht ordentlich getragen werden).

Ich bin schwanger. Mein Arbeitgeber findet, dass unser allgemeines Schutzkonzept ausreicht.
Arbeitgeber haben gegenüber schwangeren Frauen generell besondere Fürsorgepflichten.
Konkret heisst dies, dass Arbeitgeber einer schwangeren Person eine Arbeit zuweisen müssen, bei der die Distanzvorschriften eingehalten werden können und bei der sie nicht in Kontakt mit Covid-19-Erregern kommen. Ist dies nicht der Fall, müssen entsprechende Massnahmen getroffen werden (z.B. technische Massnahmen, organisatorische Massnahmen, Schutzkleidung).
Die zuständige (betreuende) Ärztin oder der zuständige Arzt müssen die Wirksamkeit der Massnahmen prüfen und in einem Zeugnis festhalten, ob eine Beschäftigung am Arbeitsplatz vorbehaltlos oder nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist oder ob die Beschäftigung gar nicht mehr möglich ist (Beschäftigungsverbot).
Der Hinweis auf ein allgemeines Schutzkonzept reicht also nicht aus, sondern der Arbeitsplatz muss individuell angesehen und überprüft werden.

Ich wurde positiv getestet. Trotzdem verlangt mein Arbeitgeber, dass ich zur Arbeit komme.
Die Verordnung über Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus im Bereich des internationalen Personenverkehrs erlaubt Arbeitgebern, Personen in Quarantäne (nach einer Reise) zur Arbeit aufzubieten, während KantonsärztInnen berechtigt sind, weitere Abweichungen von den Quarantänebestimmungen zu genehmigen. Dabei orientieren sich Behörden und Arbeitgeber an den Empfehlungen von Swissnoso, einer Vereinigung von leitenden Schweizer SpitalhygienikerInnen. Die Empfehlungen, etwa, dass infiziertes Personal zur Arbeit aufgeboten werden kann, gelten auch für die Langzeitpflege.
Der VPOD ist der Meinung: Personen mit positivem Corona-Test bzw. in Erwartung des Tests sowie Personen, die sich in Quarantäne befinden, dürfen nicht zur Arbeit aufgeboten werden. Das Gesundheitspersonal, das gemäss BAG in Quarantäne muss, soll in Quarantäne bleiben, genauso wie die Gesamtbevölkerung. Mehr Informationen zu » Quarantäne

Eigentlich wäre ich in Quarantäne. Mein Arbeitgeber hat mich mit Genehmigung des Kantons trotzdem zur Arbeit aufgeboten und verlangt gleichzeitig, dass ich mich in meinem Privatleben einschränke, damit ich mich nicht anstecke. Darf er das?
Nein. Wenn die Quarantäne in Bezug auf die Arbeit gelockert wird, jedoch im Privatleben weiter besteht, spricht man von sozialer Quarantäne. Diese Praxis verstösst gegen geltendes Arbeitsrecht, gefährdet die Gesundheit der PatientInnen, der MitarbeiterInnen, der KollegInnen und damit nicht zuletzt die Versorgungssicherheit; sie setzt die betroffenen MitarbeiterInnen einem ungeklärten Haftungsrisiko aus und verletzt den Schutz der Privatsphäre massiv. Mehr Informationen zu » Quarantäne

Wir haben nur kleine Räume, daher wird es bei Teambesprechungen immer eng, so dass ich mich unwohl fühle. Kann ich mich weigern, daran teilzunehmen?
Wenn das Schutzkonzept nicht eingehalten wird oder ungenügend ist (zum Beispiel keine klaren Obergrenzen für die Teamräume enthält), kannst du deine Vorgesetzten darauf hinweisen und von der Besprechung fernbleiben, bis die Situation geändert wurde. Eventuell gibt es eine Möglichkeit, an der Besprechung per Video teilzunehmen.

Meine Kollegin wurde positiv getestet und hat leichte Symptome. Wir waren vor kurzem längere Zeit im gleichen Raum, haben aber Abstand gehalten und Masken getragen. Muss ich in Quarantäne?
Nein, wenn ihr die empfohlenen Schutzmassnahmen eingehalten habt, musst du nicht in Quarantäne.

In unserem Betrieb gibt es nur ein Standardschutzkonzept der Branche, welches mit unseren Raumverhältnissen gar nicht umsetzbar ist. Ist das erlaubt?
Ein Schutzkonzept muss sich auf die konkreten Verhältnisse am Arbeitsplatz beziehen. Ein allgemeines Branchenkonzept reicht nicht. Eure Geschäftsleitung muss das Konzept für eure Verhältnisse anpassen.

Weitere Infos zum Thema Schutzmassnahmen

» Schutzkonzepte und -massnahmen für Gesundheitsfachpersonen (BAG)

» Gesundheitsschutz am Arbeitsplatz (SECO)

» Checklisten für Gastgewerbe, Verkauf und Coiffeuergewerbe (Unia)

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Checkliste als Download

Downloads
16.11.2020Checkliste Gesundheitsschutz am ArbeitsplatzPDF (72 kB)

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8036 Zürich

Tel +41 (0)44 266 52 52
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