Impfen, impfen, impfen!

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Das breite Impfen ist, wie die Zahlen zeigen, offenkundig der Weg aus der Krise. Der VPOD empfiehlt die Impfung, weil deren Nutzen in sozialer, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht bei weitem bedeutender ist als der Schaden durch die geringfügigen Nebenwirkungen.

Trotzdem hält der VPOD fest: Das Impfen ist freiwillig. Ein Arbeitgeber kann seine Belegschaft nicht zur Impfung zwingen. Es gibt indes Bereiche, in denen die Fürsorgepflicht die Impfung der Belegschaft oder von Betriebsteilen zum Schutz der anderen oder von Klientinnen und Patienten nahelegt. Auch einer solchen Anordnung des Arbeitgebers kann man/frau sich verweigern. Je nach Konstellation können sich daraus allerdings Folgen für das Arbeitsverhältnis ergeben – im äussersten Fall die Kündigung.

Das BAG empfiehlt den Schwangeren, sich gegen Covid zu impfen. Besprechen Sie die Details mit ihrer Gynäkologin.

Der VPOD appelliert an die Arbeitgeber, bei der für die Impfung notwendigen Zeit grosszügig zu sein und sie – analog zum nicht anders terminierbaren Arztbesuch – als Arbeitszeit zu entschädigen. Es ist erwünscht, dass sich möglichst viele möglichst bald impfen können. Die Bereitschaft steigt (erfreulicherweise). Da wäre es absurd, wenn man die ganze erwerbstätige Schweiz anhalten wollte, ihre Impftermine zwischen 7 und 8 Uhr und zwischen 17 und 19 Uhr zu legen. Angesichts der aussergewöhnlichen Zeiten, in denen wir uns befinden, darf von den Arbeitgebern hier Kulanz erwartet werden. Wo nicht: Bitte dem VPOD melden!

Für Risikopersonen, die sich aus irgendeinem belegbaren Grund nicht impfen lassen können, gelten die Schutzbestimmungen für Risikopersonen weiter.

Die Möglichkeit, sich impfen zu lassen, wirft für die ArbeitnehmerInnen neue Fragen auf, insbesondere für diejenigen der besonders gefährdeten Personengruppen und der exponierten Berufssparten.

Grundsätzlich kann gesagt werden, dass niemand zu einer Impfung gezwungen werden kann. Allerdings gilt dieser Grundsatz nicht ganz uneingeschränkt, was anhand der nachfolgenden Fragen näher erläutert wird.

1. Ich arbeite im Gesundheitsbereich, darf mein Arbeitgeber mich zu einer Impfung zwingen?

Nein. Art. 6 Abs. 2. lit. d Epidemiengesetz räumt jedoch dem Bund, bzw. Art. 22 den Kantonen, die Möglichkeit ein, bei Bestehen einer erheblichen (Pandemie-)Gefahr, Impfungen von besonders gefährdeten Bevölkerungsgruppen von besonders exponierten Personen und von Personen, die bestimmte Tätigkeiten ausüben, für obligatorisch zu erklären. Selbst bei einem Impfobligatorium gibt es keinen Impfzwang. Es kann aber durchaus sein, dass Mitarbeitende, welche nicht geimpft sind und die daher unter Umständen im Betrieb nicht mehr eingesetzt werden können, mit personalrechtlichen Konsequenzen rechnen müssen.

2. Ich bin schwanger und arbeite im Gesundheitsbereich. Darf ich mich gegen Corona impfen lassen?

Bei bestimmten Formen von chronischen Krankheiten mit einem Risiko für eine schwere Covid 19 - Erkrankung oder bei einem erhöhten Ansteckungsrisiko (z.B. Gesundheitspersonal) gilt in der Schweiz für Schwangere neustens gar eine Impfempfehlung (Quelle: srf.ch/news; Stand 19.4.21). Dabei ist das Augenmerk u.a. auf den Zeitpunkt der Impfung und den Impfstoff zu richten. Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt.

Eine allgemeine Impfempfehlung für alle Schwangeren steht derzeit noch aus, es ist aber zeitnah mit einer generellen Öffnung zu rechnen, da immer mehr entsprechende Erfahrungswerte aus anderen Ländern vorliegen.

3. Im arbeite im Gesundheitsbereich und möchte mich impfen lassen, habe ich Priorität?

Das Pflegepersonal von Alters- und Pflegeheimen, in welchen besonders gefährdete Personen betreut werden und das mit diesen in Kontakt steht, kann sich als erste Zielgruppe impfen lassen. Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt und Betreuungspersonal von besonders gefährdeten Personen anderer Institutionen gehört der Zielgruppe 2 an.

4. Geniesse ich als Schwangere beim Impfen Priorität?

Schwangere mit einer chronischen Erkrankung, wie sie für besonders gefährdete Personen für Covid 19 definiert sind, sowie schwangere Frauen mit einem erhöhten Expositionsrisiko für eine Covid 19 Erkrankung (insbes. Gesundheitspersonal) könnten als Personen der Impfzielgruppe 1d (Personen unter 65 J. mit chronischen Krankheiten mit nicht höchstem Risiko) respektive Zielgruppe 2 (Gesundheitspersonal mit Patientenkontakt) zugeordnet und geimpft werden.

5. Ich bin schwanger und arbeite in der Kinderbetreuung. Darf ich mich gegen Corona impfen lassen?

Die Rolle von Kleinkindern in der Übertragungskette ist weiterhin nicht ganz geklärt. Untersuchungen aus Deutschland weisen jedoch darauf hin, dass auch das Betreuungspersonal in Kitas an Corona erkrankt. Ebenfalls sind uns Fälle in Schweizer Kitas bekannt. Es war für uns immer klar, dass die Schutz- und Abstandsregeln in den Kitas nicht eingehalten werden können. Wir vertreten daher die Auffassung, dass das gesamte Personal – auch die Schwangeren – in der vorschulischen Kinderbetreuung priorisierten Zugang zur Impfung erhalten sollten, wenn dies von den einzelnen Mitarbeitenden gewünscht wird. Zur spezifischen Impf-Situation der Schwangeren siehe Ziff. 2.

6. Mein GynäkologIn will mir keine Impfung verschreiben. Was kann ich tun?

Gehören Sie als Schwangere einer Personen- / Berufsgruppe an, welche die Voraussetzungen für die Impfempfehlung erfüllt, empfiehlt der VPOD, dass Sie sich an Ihren Hausarzt wenden.

7. Mein Arbeitgeber führt Massentests durch. Muss ich teilnehmen?

Jein. Grundsätzlich kann niemand direkt zur Teilnahme gezwungen werden. Ein Test ist jedoch vergleichbar mit der Maskenpflicht oder auch Schutzmassnahmen auf einer Baustelle. Unternehmen müssen den Gesundheitsschutz ihrer Belegschaft gewährleisten. Der Eingriff in den Körper, insbesondere bei Speicheltests, ist sehr gering. Und er dient dem Schutz ganz vieler.

Kontakt

VPOD Zentralsekretariat
Birmensdorferstrasse 67
8036 Zürich

Tel +41 (0)44 266 52 52
Fax +41 (0)44 266 52 53

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