Endlich gelten wieder die wichtigen Schutzbestimmungen für das Spitalpersonal!

Während sich die Corona-Pandemie in der Schweiz mit Wucht ausbreitete, beschloss der Bundesrat vor zwei Monaten mit einer Hüftschussverordnung, die minimalen Gesundheitsschutzbestimmungen betreffend Pausen und Ruhezeiten für das Spitalpersonal aufzuheben.

Wir lancierten deshalb im März die Petition "Stand by your nurse", die von 80'000 Personen unterschrieben wurde, und überreichte diese dem Bundesrat mit dem dringenden Appell, die teilweise Sistierung des Arbeitsgesetzes in den Spitälern rückgängig zu machen.

Wir sind erleichtert über den Beschluss des Bundesrates, die wichtigen Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes für das Spitalpersonal ab Anfang Juni wieder in Kraft zu setzen. Aber es bleibt noch viel zu tun!

  • Die Corona-Massnahmen werden teilweise gelockert, die Belastungen für das Gesundheitspersonal bleiben. Alles vorherige muss gemacht werden, in alter Unterbesetzung. Zudem kommt der Nachholbedarf bei allen Behandlungen und Operationen. Das Gesundheitspersonal bleibt gefordert.
  • Arbeitsbedingungen und Gehälter im Gesundheitsbereich müssen sich entscheidend verbessern. Schichtdienst, flexible und einseitig ausgerichtete Dienstpläne, niedrige Löhne und hohe psychische und physische Belastungen sorgen dafür, dass viel zu viele Menschen aus diesen wichtigen Berufen wieder aussteigen. Unsere Umfrage im Betreuungs- und Pflegebereich zeigt ausserdem: professionelle Betreuungstätigkeit ist kaum oder gar nicht mit familiären Betreuungsaufgaben vereinbar. Fachkräfte mit eigener Familie wechseln daher den Beruf oder ziehen sich zurück.
  • Seit Jahren drehen sich die Debatten zur Gesundheitspolitik nur um ein Thema: Kosten. Wettbewerb und Fallpauschalen haben die Kosten nicht wie versprochen gesenkt, stattdessen wurde auf dem Buckel des Gesundheitspersonals gespart. Die Auswirkungen haben wir während der COVID-Krise ALLE zu spüren bekommen. Das darf sich nicht wiederholen.
  • WIR FORDERN weiterhin, die ausserordentliche Leistung des Gesundheitspersonals in Form einer Coronaprämie anzuerkennen!Diese Menschen waren unermüdlich für uns im Einsatz, haben ihre Gesundheit riskiert, Überstunden geleistet und extralange Arbeitstage gestemmt, dies alles teilweise ohne genügend Schutzmaterial.

Wir bleiben dran!

------------Petitionstext--------------------------------------------------------

Der Bundesrat hat mit einer »Verordnung das Arbeitsgesetz für das Spitalpersonal ausgesetzt. Somit ist das Spitalpersonal nicht mehr gesetzlich geschützt bezüglich seiner Ruhezeiten und seiner Höchstarbeitszeit. Auch ohne diese Verschärfung sind bereits nach heutigem Recht 60-Stundenwochen möglich!

Wir äussern in Klatschkonzerten unseren tiefen Respekt und Dank gegenüber dem Gesundheitspersonal. Wir wissen, dass die vorwiegend Frauen unter grossen Belastungen stehen und ihre Gesundheit gefährden. Ihnen steht der volle Schutz ihrer Gesundheit und Rechte zu.

Den Gesundheitsschutz des Personals gewährleisten, ist eine Frage des Respekts.

Deshalb fordern wir den Bundesrat auf, seine Verantwortung wahrzunehmen und das Spitalpersonal in dieser ausserordentlichen Situation zu schützen!

Das Spitalpersonal erbringt in der aktuellen Situation Höchstleistungen. Es ist für uns klar, dass diese Arbeit nach der Krise nicht unentschädigt bleiben darf: wir fordern eine Gefahrenzulage für alle, die in den Gesundheitsinstitutionen tätig sind!