Forderungen des VPOD

Die Pandemie zeigt: alles hängt zusammen. Pandemien werden durch ökologischen Raubbau begünstigt und verschärften gleichzeitig soziale Ungerechtigkeiten.

Wir müssen jede Krise bekämpfen. Und wir wissen aus Erfahrung: Die Klimakrise kann nicht allein durch verantwortliches Handeln der Einzelnen gelöst werden, und auch der Markt wird die Krise nicht lösen.

Der ökologische Umbau der Gesellschaft ist zwingend, muss aber sozial gerecht gestaltet werden.

Ein starker Service Public ist eine zentrale Voraussetzung dafür, dass die Kosten des Klimawandels und seine Auswirkungen nicht zu einer Frage des individuellen Portmonnaies werden. Dafür setzen wir uns in unseren Branchen ein.

Von der Bildung über die Kinderbetreuung bis zum Gesundheitsbereich haben die Mitglieder des VPOD mit den besonders verletzlichen und zu schützenden Personen zu tun, deren unbeschwertes Heranwachsen und deren Gesundheit durch hohe Temperaturen, Ozonbelastung, Schadstoffbelastung etc. gefährdet sind. Für die Lehrpersonen und das Betreuungspersonal bedeutet das zusätzliche Aufgaben des Schützens, aber auch der Vermittlung von Selbstschutz.

Auch im Energiesektor, im Strassenunterhalt, in der Waldwirtschaft, im Luftverkehr und weiteren Branchen sind die Angestellten direkt mit dem Klimawandel konfrontiert. Sie engagieren sich für technische und wirtschaftliche Lösungen für den klimaneutralen Umbau, ohne dass die entstehenden Kosten auf das Personal abgewählt werden.

Der Service public spielt eine Schlüsselrolle bei der ökologischen Umgestaltung. Das betrifft u.a. einen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, grüne Energiegewinnung und -speicherung, Städte- und Landschaftsbau, Abfall- und Wasserentsorgungen, etc . Es braucht massive Klimainvestitionen. Abbau- und Sparpakete im Service public und die verabschiedeten oder anstehenden kantonalen Steuersenkungsvorlagen stehen dem ökologischen Umbau diametral entgegen. Deswegen muss Steuerdumping und Abbau weiterhin konsequent bekämpft werden. Steuerhinterziehung ist zudem (immer noch) kein Kavaliersdelikt.

Die Hoheit über Sektorentwicklung, und -investition muss beim Staat verbleiben. Wir lehnen weiterhin jegliche Form von Auslagerung und Privatisierung ab. Der Umbau von Sektoren darf nicht auf dem Rücken des Personals erfolgen. Wir sagen: grüne Branchen = soziale Branchen.

Der VPOD fordert, dass die Herausforderungen in den Bereichen des Service Public mit dem Personal diskutiert werden und bereichsspezifische Lösungen entwickelt werden, wie der CO2-Ausstoss gesenkt werden kann, welche personellen und finanziellen Ressource es für die Bewältigung der wachsenend Anforderungen braucht, wie und und in welcher Form das Personal für den Einsatz und den Umgang mit den schon jetzt spürbaren Folgen des Klimawandels geschult werden muss und welche Schutzmassnahmen für die Arbeitnehmenden wie auch ihre KlientInnen und Schutzbefohlenen getroffen werden müssen.

Wir fordern Klimagrechtigkeit: Bereits jetzt sind Millionen von Menschen wegen der Klimakrise auf der Flucht. Diese Fluchtursache muss als Asylgrund anerkannt werden.

Wir fordern soziale und ökologische Gerechtigkeit: Der ökologische Umbau der Gesellschaft muss sozial gerecht gestaltet werden.

Wir fordern eine Arbeitszeitreduktion, damit Pendel- und Mobilitätskosten sinken.

Wir fordern Transparenz: Es muss Transparenz in Bezug auf Lobbying und Geldflüsse hergestellt werden. Pensionskassen müssen zur Klima-Neutralität ihrer Investitionen verpflichtet werden.

Wir fordern internationale Zusammenarbeit: Die Klimakrise kann nicht national geöst werden. Wir setzen uns für globale Regulierung globaler Fragen ein. Wir wollen eine offene und international engagierte Schweiz.