Wie anfangen? Und warum wir Gewerkschaften?

Die COVID Krise zeigt: Alles hängt zusammen. Krisen werden durch ökologischen/sozialpolitischen Raubbau begünstigt und haben gleichzeitig enorme Auswirkungen auf alle.

Der Zusammenhang zwischen dem Coronavirus und der Umweltkrise ist zudem offenkundig. Indem sie die Ökosysteme zerstört, begünstigt die neoliberale Globalisierung die Ausbreitung von Epidemien. Gleichzeitig zerstückelt und zergliedert sie das öffentliche Gesundheitssystem, das allein einer solchen Herausforderung gewachsen ist. Ohne einen ökologischen Paradigmenwechsel werden wir zunehmend mit derartigen Katastrophen konfrontiert sein, seien es Krankheiten, Umweltereignisse oder die Verstärkung sozialer Ungleichheit.

Ja korrekt, aber was hat das alles mit uns Gewerkschaften und ArbeitnehmerInnen des Service public zu tun? Und kann das nicht warten?

Der ökogische Umbau, auch Transformation, geht nur gemeinsam. Investitionen sind der richtige Weg, Abbau und Privatisierung der falsche. Es ist klar, wir lassen niemanden fallen. Unser Bodenpersonal, als Angestellte einer "kritischen" Branche, arbeitet oftmals zu prekärsten Bedingungen. Gerade sie brauchen gewerkschaftlichen Schutz und bessere Arbeitsbedingungen. Also wie verhindern wir, dass die Krisen auf dem Rücken von ArbeitnehmerInnen oder den Schwächsten der Gesellschaft ausgetragen wird? Wir erreichen wir den grösstmöglichsten gesellschaflichen Zusammenhalt? Also wie verhindern wir gegeneinander ausgespielt zu werden und gestalten gemeinsam Zukunft?

Gemeinsam mit dir!

Deswegen ist es wichtig, dass du diese Themen an deinen Arbeitsplatz trägst und mit deinen KollegInnen besprichst. Ihr seid vielleicht keine Wissenschaftler, aber ExpertInnen eurer Branche.

  • Welchen Wert legt unser Arbeitgeber auf Klima- oder Umweltschutz?
  • Welchen Wert legt unser Arbeitgeber auf Mitsprache und Mitgestaltung?
  • Motiviert uns unser Arbeitgeber zu ökologischem Verhalten ? Belohnt er sozialpolitisches Engagement? Und ginge das nicht besser ?
  • Was könnten wir als Team tun, um uns gegenseitig zu stützen und um Forderungen zu stellen?
  • Würde unser Chef oder unsere Chefin unsere Vorschläge überhaupt ernst nehmen? Welche Möglichkeiten haben wir, diese vorzubringen?
  • Gibt es betriebliche Weiterbildungen, die uns fit machen für die Fragen der Zukunft und der Weiterentwicklung des Arbeitsmarktes?
  • Spüren wir den Klimawandel im eigenen Berufsalltag? Werden wir von unserem Arbeitgeber(-in) informiert, werden wir geschult oder vor den negativen Folgen geschützt?
  • Was ist mit meinen Kundinnen oder Klienten? Sind sie in besonderm Masse vom Klimawandel betroffen (z.B. vulnerablen Personen wie Kinder, kranke und zu pflegende Personen, Geflüchtete)?
  • Können wir die Verursacher der sozialen Krise oder des Klimawandels benennen anstatt uns über das Verhalten einzelner Privatpersonen zu streiten? (Verursacherprinzip)
  • Wovor haben wir Angst? Wie kann die ökologische Umgestaltung sozial und gerecht werden?
  • Was kann die Klimabewegung von uns lernen, und wir von ihnen?

Diese Liste ist noch längst nicht vollständig.

Wenn dich das Thema weiter interessiert?

Viele gesellschaftliche Akteure und Wissenschaftler haben sich bereits Gedanken gemacht und Klima-Aktionspläne entwickelt. Der Klima-Masterplan der Klimaallianz Schweiz, ein Zusammenschluss von 66 Nichtregierungsorganisationen, gibt eine erste Übersicht.» Klima-Masterplan Schweiz

In den nächsten Wochen wird zudem der Climate Action Plan des Klimastreiks veröffentlicht.

Wenn du dich in der Gewerkschaft auc zu diesem Thema engagieren willst, bist du herzlich willkommen.