Gleiche Rechte für alle!

2020

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Gleiche Rechte für alle!

In der Schweiz leben mehr als zwei Millionen Menschen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft, dies sind mehr als ein Viertel der Landesbevölkerung. Die Anzahl der Personen mit Migrationshintergrund ist nochmals wesentlich höher. Die Einwanderung hat für die Schweiz viele positive und bedeutende Auswirkungen, u.a. auf die Wirtschaft und Wissenschaft oder auf den Kulturbereich. Migrant*innen haben die heutige Schweiz stark geprägt und sind ein wichtiger Bestandteil der Gesellschaft.

Und trotzdem ist das Leben vieler Migrant*innen von existentieller Unsicherheit geprägt: Prekäre Aufenthaltsstatus sowie fehlende politische Rechte ermöglichen ihre Ausbeutung und erzeugen Ohnmacht. Wenn mitten unter uns Menschen in Angst und Unsicherheit leben, ist dies auch unser Problem: In einer Zwei-Klassen-Gesellschaft, in der migrantische Arbeitnehmende, um ihr Aufenthaltsrecht bangen müssen und tiefere Löhne erhalten, steigt der Druck auf alle Arbeitnehmenden. Deswegen lanciert die Gewerkschaft VPOD die Kampagne «Gleiche Rechte für alle!», damit gleiche Rechte für alle Menschen in der Schweiz immer mehr zur Selbstverständlichkeit werden.

Rechte Schützen!

Eigentlich wollten wir unsere Kampagne «Gleiche Rechte für alle!» mit dem Engagement gegen die «Kündigungsinitiative» der SVP starten, die auf eine massive Entrechtung der EU-Migrant*innen in der Schweiz zielte. Die Corona-Krise, die auch zur Verschiebung der Abstimmung führte, setzt nun andere Akzente. Die mit der Corona-Krise verbundenen ökonomischen und gesellschaftlichen Verwerfungen haben für viele Menschen existenzielle Auswirkungen – gerade für schlecht bezahlte, befristet Beschäftigte. Viele von diesen sind Migrant*innen mit einem prekären Aufenthaltsstatus. Die Gruppe mit den geringsten Rechten und der grössten Unsicherheit sind jedoch die Geflüchteten.

In der aktuellen Situation ist es besonders wichtig, dass wir die Menschen- und Grundrechte von Geflüchteten verteidigen. In ihren Herkunftsländern sind sie von Verfolgung und Tod bedroht. Nicht weniger gefährlich war und ist ihr Fluchtweg. Und auch in Flüchtlingslagern wie auf der griechischen Insel Lesbos ist ihr Leben angesichts COVID-19 nicht sicher. Die Schweiz muss hier Verantwortung zeigen und gemeinsam mit anderen europäischen Staaten gefährdete Geflüchtete aufnehmen.

Für die Verbesserung des Gesundheitsschutzes in den Bundeszentren für Asyl bzw. im Asylverfahren hat der Bundesrat soeben Massnahmen ergriffen. Auch Geflüchtete haben ein Recht auf Leben und Gesundheit. Doch ebenso dürfen wir ihre Bedürfnisse nicht vergessen, die über das unmittelbare Überleben hinausgehen. VPOD und Solidarité sans frontières sind seit kurzem dabei, gemeinsam eine Kampagne für das Recht auf Bildung von Geflüchteten vorzubereiten. Nun ist die Corona-Krise ausgebrochen. Wir werden uns in den nächsten Wochen und Monaten deshalb besonders für alle Menschen- und Grundrechte von Geflüchteten einsetzen.

News

Hier halten wir dich auf dem Laufenden bezüglich unseren Aktionen und Aktivitäten.
  • Prekär hoch 2

    12.05.2020 – von VPOD-Migrationskommission

    Migrant*innen sind gerade in Krisenzeiten stärker von Unsicherheit und Armut bedroht. Nach Ansicht der VPOD-Migrationskommission wird während der Corona-Krise besonders deutlich, wie notwendig eine Verbesserung der sozialen und politischen Rechte von Menschen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft hierzulande ist.

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  • VPOD-Weiterbildungskurs am 14. März 2020: "Wie die Rechte von Migrant*innen schützen?"

    06.02.2020

    Welche Gefahren bringt die aktuelle «Begrenzungs- / Kündigungsinitiative» mit sich? Welche Argumente haben wir? In diesem Kurs lernst du «wie man die Rechte migrantischer Arbeitnehmer*innen schützen und ausbauen» kann.

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Real talk!

Mit diesem Blog möchten wir auf verschiedene Migrationsthemen aufmerksam machen und Diskussionen bezüglich der Rechte von Arbeitnehmer*innen ohne Schweizer Staatsbürgerschaft auslösen.

  • Bozena Domanska

    Mehr Rechte für Pflegerinnen!

    19.05.2020 – von Bozena Domanska

    Die Corona-Krise zeigt die Ausbeutung und Gefahren, denen Care-Arbeiter*innen in Privathaushalten weitgehend schutzlos ausgesetzt sind.

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  • #Leave No One Behind

    06.04.2020 – von Johannes Gruber, VPOD-Fachsekretär Migration

    Die Schweiz muss gemeinsam mit der EU Geflüchtete aus den Lagern auf den griechischen Inseln aufnehmen. Angesichts der Bedrohung durch COVID-19 ist eine Evakuierung unvermeidlich. Grosszügige Hilfe ist humanitär geboten und dient auch unserem eigenen Schutz!

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  • Wir sind auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen!

    23.03.2020 – von Lisa Kesselring, Studentin Soziale Arbeit

    Am 17. Mai 2020 sollte über die Kündigungsinitiative abgestimmt werden. Nun wird diese Abstimmung auf unbestimmte Zeit verschoben. Dennoch ist es mir wichtig, gerade in dieser schwierigen Zeit darauf aufmerksam zu machen, dass wir Menschen aus dem EU-Raum gerade jetzt dringend brauchen.

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  • Gemeinsam gegen die «Kündigungsinitiative»!

    09.03.2020 – von Johannes Gruber, VPOD-Fachsekretär Migration

    Am 17. Mai stimmen wir wieder einmal über eine Initiative der SVP ab, die so tut, als ob Migration das wichtigste Problem der Schweiz wäre. Zugleich stellt diese Initiative auch die Anbindung der Schweiz an die Europäische Union infrage. Ist nun die Fremdenfeindlichkeit oder die Wirtschaftsschädlichkeit der «Begrenzungsinitiative» die grössere Gefahr für unser Land?

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