Vor allem in der direkt betroffenen Region Winterthur, wo das Kantonsspital Winterthur nicht nur die medizinische Grundversorgung sicherstellt, sondern auch der grösste Arbeitgeber ist, war der Widerstand gegen die Privatisierungsvorhaben enorm. In der Stadt Winterthur stimmten unterirdische 26 Prozent für eine Privatisierung des Spitals und erteilten Regierungsrat Heiniger und Spitaldirektor Zehnder damit eine schallende Ohrfeige. Auch im ganzen Bezirk Winterthur waren es weniger als 29 Prozent, die Privatisierungsturbo Heiniger folgen wollten. Selbst SVP-Hochburgen sagten deutlich Nein. Aber auch in der Stadt Zürich sind es nur 44 Prozent, die Heinigers Privatisierungswahn gutheissen.
Das Schweizer Radio und Fernsehen SRF hielt bereits am Sonntag fest: «Das Ergebnis ist eine grosse Niederlage für den FDP-Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger.» Und der Winterthurer Landbote titelte am Montag: «Winterthur und Weinland verteidigen ‘ihr’ Spital». Als «schwere Niederlage für den Gesundheitsdirektor» wird der Ausgang der Abstimmungen auch hier gewertet. Der Landbote kommentiert: «Die Mehrheit lehnte ebenso ab wie die Region Winterthur. Das zeigt, dass die Skepsis gegenüber Privatisierungswünschen im Spitalbereich verbreitet ist.» Und Redaktor Thomas Schraner hält fest: «Das Nein ist zudem eine herbe Schlappe für Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) und dessen Spitalpolitik. Die Mehrheit will nicht, dass sich der Kanton als Spitalbetreiber zurückzieht, wie es Heiniger vorschwebte. Das ‘System Heiniger’ in Reinkultur ist damit vom Tisch.»
Im Tages-Anzeiger kommentiert Susanne Anderegg die Niederlage von Regierungsrat Thomas Heiniger: «Die Bürgerinnen und Bürger wollen eine hochstehende Gesundheitsversorgung, die allen jederzeit zur Verfügung steht. Dafür zahlen sie Steuern und jährlich steigende Krankenkassenprämien. Abstriche akzeptieren sie nicht. Und sie wollen die Sicherheit, dass es auch in Zukunft so bleibt.» Und sie schlussfolgert: «Heiniger hatte im Vorfeld der Abstimmung mehrmals gesagt, dass ein Verkauf der beiden Winterthurer Kantonsbetriebe – an wen auch immer – sein Ziel sei. Deshalb hat er auch die Aktiengesellschaft als Rechtsform gewählt. Die Winterthurerinnen und Winterthurer haben das verhindert. Für viele überraschend, haben sie sich mit ihrem klaren Votum im bürgerlichen Kanton Zürich durchgesetzt. Heiniger hatte nicht damit gerechnet, das gestand er gestern ein.» Selbst die NZZ kommt zum Schluss: «Das Ergebnis ist auch ein deutliches Votum gegen einen allfälligen Verkauf von KSW und IPW.» NZZ-Redaktor Jan Hudec folgert deshalb: «Rückblickend war es ein Fehler der Befürworter, dass sie die Möglichkeit des Aktienverkaufs in die Vorlage integrierten. (…) Der Verkauf wird dabei kein Thema mehr sein.»
Für den VPOD geht es nun darum, diese klare Aussage der Bevölkerung in Politik umzusetzen und sicherzustellen, dass Regierungsrat Heiniger, Spitaldirektor Zehnder und Konsorten ihre Lektion lernen. Eigentlich müssten Heiniger und Zehnder ja den Hut nehmen angesichts dieser Resultate und Leuten Platz machen, die Politik im Interesse der Bevölkerung machen. Und auch im Kantonsrat muss die Botschaft ankommen: Unsere Gesundheit steht nicht zum Verkauf!
