Internationaler Frauentag: Lohngleichheit nicht erst 2079

Rund 1000 Frauen demonstrierten in Bern für die Lohngleichheit, die der Ständerat vereiteln will. (Foto: Lantz)

Von: VPOD

Tausend Frauen (und einige solidarische Männer) haben am Internationalen Frauentag in Bern für Lohngleichheit demonstriert.

Die Arbeitnehmerinnen in der Schweiz verdienen immer noch deutlich weniger als die Arbeitnehmer. Die Lohndifferenz von 20 Prozent hat zum grösseren Teil zu tun mit unterschiedlichen Berufen und Ausbildungen - auch das gälte es anzupacken. Aber auch wenn alle Faktoren einbezogen werden, bleibt eine Restdifferenz von 7 Prozent. Die Lohngleichheit wird mit freiwilligen Massnahmen nicht erreicht, das hat der gescheiterte Lohngleichheitsdialog zur Genüge bewiesen. Dass der Ständerat letzte Woche das Gleichstellungsgesetz, so wenig griffig es auch war, wieder auf die lange Bank (nämlich: an die Kommission zurück-) geschoben hat, ist daher äusserst dreist. Die Verzögerungstaktik hat einzig zum Ziel, den mangelnden Willen der Ständeratsmehrheit zu kaschieren, überhaupt etwas gegen die weiterhin bestehende Lohndiskriminierung der Frauen zu unternehmen.

Dass Frauen und Männer für gleichwertige Arbeit gleich bezahlt werden müssen, steht seit 37 Jahren in der Bundesverfassung. Schon viel länger dauert der Kampf der Gewerkschaften für dieses zentrale Anliegen. Die jüngsten Entscheide scheinen das Ziel in noch weitere Ferne gerückt zu haben. Aber die Demonstration in Bern macht klar, dass die Gewerkschaften zu kämpfen bereit sind. Auch am 1. Mai, für den die Losung "Lohngleicheit. Punkt. Schluss" ausgegeben wurde.

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Galerie: Internationaler Frauentag 2018 Waisenhausplatz Bern

Fotos Béatrice Stucki/vpodbern