Bussen für zu tiefe Frauenlöhne

Die Schweiz ist bei den Löhnen immer noch im Schneckentempo unterwegs! (Foto: VPOD/ slt)

Von: Christine Flitner

Frankreich und Grossbritannien gehen bei der Durchsetzung der Lohngleichheit einen Schritt voran und drohen mit saftigen Bussen, wenn die Arbeitgeber nicht endlich die Lohnkluft schliessen.

In Grossbritannien mussten Firmen mit mehr als 250 Mitarbeitenden bis Anfang April die Einkommensunterschiede zwischen Frauen und Männern melden. Viele taten es erst in letzter Minute und nach Androhung von Bussen. Aus den Zahlen geht hervor, dass besonders die Unterschiede in der Finanzindustrie riesig sind. Auch bei Schweizer Firmen mit Sitz in England sind die Unterschiede eklatant, bis zu 51 Prozent bei den Löhnen (umgerechnet auf Stundenlöhne) und bis zu 76 Prozent bei den Boni!
Angeführt wird die Liste der Schweizer Unternehmen von Credit Suisse und Swiss Re, aber auch Schindler, Glencore, ABB, Panalpina, Lindt & Sprüngli und Syngenta finden sich auf der Liste der diskriminierenden Unternehmen.

Auch Frankreich will endlich voran machen und hat ein Gesetz mit einem Massnahmenplan vorbereitet. Unternehmen mit mehr als 50 Angestellten müssen demnach ab 2019 ihre Löhne mit einer speziellen Software überprüfen und die Resultate den Personalvertretungen vorlegen. Sie haben 3 Jahre Zeit, allfällige Lohnunterschiede auszugleichen, ab 2022 muss mit einer Geldstrafe gerechnet werden.

In Deutschland haben Frauen zumindest das Recht, in Betrieben ab 200 Angestellten die Durchschnittslöhne der Männer zu erfragen und dann eventuell zu klagen. Damit bleibt die Verantwortung für die Durchsetzung allerdings doch bei den Frauen.

So ist es auch in der Schweiz, und die Erfahrung hat gezeigt, dass auf diesem Weg kaum etwas vorangeht. Daher ist es höchste Zeit, dass endlich echte und wirksame Kontrollen vorgeschrieben werden!

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