Kein Geld mehr für die Kinderbetreuung

Der Bundesrat lässt die Kinder im Regen stehen. Und die Eltern auch. Foto: Doriknipst, photocase.de

Von: Christine Flitner

Die Anstossfinanzierung zur Schaffung von Betreuungsplätzen von Kindern soll nach 2023 nicht mehr verlängert werden. Und Kitas in Zürich sollen jetzt Steuern zahlen. Hier zeigt sich wieder einmal, dass die öffentliche Hand beim Ausbau der familienexternen Kinderbetreuung nur halbherzig und konzeptlos vorgeht.

Gegen den Antrag der zuständigen Kommission lehnt es der Bundesrat ab, das Impulsprogramm für die Schaffung von Kinderbetreuungsplätzen nach 2023 weiterzuführen. Dabei gibt es kaum irgendwelche öffentlichen Programme, die so nachhaltig und effizient waren und sind wie dieses. Seit 2003 wurden insgesamt über 57'000 Betreuungsplätze geschaffen, die sich gemäss den Regeln des Programms nach wenigen Jahren selbst tragen müssen. Auch viele Kantone und Gemeinden haben in diesem Zusammenhang kräftig investiert. Die Nachfrage nach den Startgeldern ist nach wie vor ungebrochen, und der Bedarf an Plätzen sowohl im vorschulischen wie auch im schulischen Bereich noch lange nicht befriedigt. Dass der Bundesrat stattdessen Geld für die Senkung der Elternbeiträge und verschiedene Projekte spricht, ist zwar zu begrüssen, doch zeigt es gleichzeitig, wie konzeptlos die gesamte Politik in Fragen der familienergänzenden Kinderbetreuung ist. Hier nimmt man etwas, dort gibt man ein bisschen, ohne zusammenhängende Zielsetzungen und ohne echtes Konzept. Dabei wäre es höchste Zeit für eine richtige Politik der Kinderbetreuung, welche neben dem Ausbau der Plätze auch die dringend notwendige Qualitätsentwicklung, die massive Senkung der Kosten für die Eltern und ein Bauprogramm für Tagesschulen beinhaltet.

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