St. Galler Spitalstandorte mit 1'000 Arbeitsplätzen in Gefahr

Bald alle Betten leer? ©upixa_fotolia

Von: Elvira Wiegers

Zwei Tage vor Eröffnung des neuen Bettenhauses des Spitals Wattwil wird publik: der Verwaltungsrat der Spitalverbunde St. Gallen will fünf Spital-Standorte schliessen, darunter auch Wattwil.

1'000 Arbeitsplätze wären durch diese drastische Massnahme in Gefahr.

Auch am Standort Flawil hat erst Anfang dieses Jahres eine neue Notfallstation ihren Betrieb aufgenommen. Dieser Standort soll nun ebenfalls aufgegeben werden, des Weiteren auch die Standorte Rorschach, Altstätten und Walenstadt.

Die Gewerkschaft VPOD ist über den Vorschlag des Verwaltungsrates der Spitalverbunde des Kantons St. Gallen hell entsetzt. Sie erwartet von der Regierung, dass sie sich diesen Plänen mit aller Deutlichkeit entgegenstellt. Letztlich muss die Regierung die politische Verantwortung für solche Konzepte übernehmen, denn es geht um das öffentliche Gesundheitswesen. Erst gerade vor drei Jahren haben die Stimmberechtigten des Kantons St. Gallen fast eine Milliarde Franken für die Erneuerung der Spitäler an den bisherigen Standorten bewilligt. Keine drei Jahre später legt nun der Verwaltungsrat der Spitalverbunde ein Konzept vor, das eine Kehrtwende von 180 Grad vorsieht. Die St. Galler Spitalstandorte sind jedoch mit Namen explizit gesetzlich verankert. Es bräuchte also eine Gesetzesänderung zur Durchsetzung der geplanten Schliessung.

Maria Huber, Regionalsekretärin Ostschweiz: «Die Gewerkschaft wird sich mit allen Mitteln dagegen wehren. Eine solche Schliessung von fünf Spitälern würde zu weit über 1000 Kündigungen führen. Einen solchen verheerenden Kahlschlag darf sich der Kanton als Eigentümer der Spitäler niemals leisten. «

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