Flixbus kommt – eine grosse Gefahr für den öffentlichen Verkehr in der Schweiz

©By Florian Fèvre /Wikimedia Commons

Von: SEV / VPOD

Der VPOD teilt die klare Haltung des SEV und sieht mit dem Markteintritt von Flixbus den öffentlichen Verkehr gefährdet.

Deshalb ist es unabdingbar, dass die branchenüblichen Anstellungsbedingungen respektiert und eingehalten werden. Daher stossend, wenn sich Flixbus einem Branchen-Gesamtarbeitsvertrag entziehen will und Verhandlungen verweigert. Auf politischer Ebene müssen die Bedingungen für die Konzessionsvergabe an Fernbusunternehmungen unbedingt verschärft werden, damit nicht «Billig-Anbieter» die bewährte Mobilitätsstrategie – mit einer starken Eisenbahn – kannibalisieren.

SEV - Medienmitteilung vom 5. Juni 2018

Der Eintritt von Flixbus in den inländischen Fernbusverkehr durch eine Kooperation mit Eurobus stellt eine grosse Gefahr dar für den öffentlichen Verkehr in der Schweiz, insbesondere für die Bahn.

Die Lohn- und Arbeitsbedingungen der Subunternehmen von Flixbus machen einen Gesamtarbeitsvertrag zwischen dem Unternehmen und der Gewerkschaft des Verkehrspersonals (SEV) sowie einen Branchen-Gesamtarbeitsvertrag dringend nötig.

Die neue Kooperation lässt befürchten, dass das Schweizer Fernbusnetz weiter ausgebaut wird. Doch bei diesem handelt es sich um eine inakzeptable Konkurrenz zur Bahn – obwohl der Bund Milliarden in die Bahn investiert.

«Gewinnmaximierung ist Teil des Geschäftsmodells von Flixbus. Wie sich die tiefen Preise finanzieren lassen, zeigen die Arbeitsbedingungen und Löhne der Chauffeur, die alle bei Subunternehmen angestellt sind. In Deutschland verdient ein Chauffeur gerade einmal 1900 Euro pro Monat, in Frankreich sind es 1500 Euro. Eurobus und Flixbus werden die Schweizerischen Standards respektieren müssen. Die Frage ist, ob diese Unternehmungen bereit sind, einen Gesamtarbeitsvertrag zu verhandeln und sich an die branchenüblichen Bedingungen zu halten», sagt Giorgio Tuti, Präsident SEV.

Der Eintritt von Flixbus, einem multinationalen Konzern aus Deutschland, in den Schweizer Markt kommt nicht überraschend. Er ist der Beweis dafür, dass die Fernbusunternehmen die Bahn konkurrenzieren wollen. «Und trotz Milliardeninvestitionen in die Bahn empfängt der Bund die Fernbusse mit offenen Armen, obwohl dies der eigentlichen Transportpolitik, die auf einer starken Eisenbahn basiert, grundsätzlich widerspricht. Während der Markteintritt von Domo Swiss als Nischenprodukt abgetan wurde, das die Bahn mit 800 Passagieren pro Tag nicht wesentlich konkurrenziert, zeigt die Kooperation zwischen Eurobus und Flixbus nun unmissverständlich, dass der Ausbau des inländischen Fernbusnetzes das übergreifende Ziel ist», so Giorgio Tuti weiter.

Auf politischer Ebene hofft der SEV, dass der Nationalrat dem Ständerat folgt, der die Bedingungen für die Konzessionsvergabe an Fernbusunternehmen kürzlich verschärft hat: So dürfen diese die staatlich subventionierten, konzessionierten Unternehmen nicht wesentlich konkurrenzieren.

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