Diskriminierung von Frauen schadet der Gesundheit!

Foto: Florian Thalmann

Von: VPOD/ Elvira Wiegers

Stress, unfreiwillige Teilzeitarbeit und die zunehmende Renditeorientierung im Gesundheitssektor machen einen gesellschaftlich wichtigen und sinnvollen Beruf immer unattraktiver. Und der Pflegenotstand ist kein zukünftiges Schreckgespenst, er ist schon da. Die Delegierten der VPOD-Gesundheitskonferenz fordern Massnahmen.

Gesundheitsberufe werden mehrheitlich von Frauen ausgeübt, teilweise zu Monatslöhnen von 4'000 Franken brutto für eine Vollzeitstelle. Realität ist auch, dass gut qualifizierte weibliche Angestellte oft weniger verdienen als männliche Kollegen mit gleichen oder ähnlichen Ausbildungen und Kompetenzen.

Viele Frauen im Gesundheitssektor arbeiten unfreiwillig Teilzeit, weil die beschwerlichen Arbeitsbedingungen ein 100-Prozent-Pensum verunmöglichen. Die Teilzeitfalle führt während des gesamten Berufslebens zu deutlichen Einkommenseinbussen und im Pensionierungsalter zu massiven Rentenlücken. Die Schwierigkeit, Beruf und Privatleben zu vereinbaren, stellt ein weiteres grosses Problem für die unregelmässig arbeitenden Gesundheitsangestellten dar.

Die rund 100 TeilnehmerInnen der Gesundheitskonferenz des VPOD in Solothurn fordern, dass diese Diskriminierungen aufhören. Sie haben ihren Beruf gewählt, weil er gesellschaftlich sinnstiftend und individuell wichtig ist. Gewinnorientierte Privatinvestoren, PolitikerInnen und Spitalleitungen müssen daran gehindert werden, die Qualität ihrer Arbeit und ihre Gesundheit aufs Spiel zu setzen und so die Lebensqualität und Versorgung von PatientInnen und HeimbewohnerInnen zu gefährden.

Die Konferenzdelegierten rufen zur Teilnahme am Frauenstreik 2019 auf und fordern:

  • Löhne, die den beschwerlichen Arbeitszeiten und den Kompetenzen angemessen sind;
  • Eine Arbeitszeitverkürzung, welche die Lebensqualität erhöht und die Vereinbarkeit von Beruf und Familie/soziales Leben sowie – bei Bedarf – das Weiterarbeiten in einer Vollzeitstelle ermöglicht;
  • Frühzeitig kommunizierte und verbindliche Dienstpläne sowie Arbeitszeiten mit fixen freien Wochentagen, insbesondere für Teilzeitangestellte;
  • Frühpensionierungsmöglichkeiten bei vollem Lohn ab 60 Jahren;
  • Zugang zu notwendigen Ausbildungen, die während des ganzen Berufslebens eine Verbesserung und einen Ausbau der Kompetenzen gewährleisten.

Medienmitteilung der VPOD-Gesundheitskonferenz vom 14. März 2019

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