AHV 21: Bundesrat lässt die Frauen im Stich

Die Ungerechtigkeit bei der Altersvorsorge wird vom bundesrätlichen Vorschlag nicht behoben.

Von: VPOD und SGB

Gestern: Good News für bessere Frauenrenten (in der zweiten Säule). Heute das Gegenteil (in der ersten Säule): Der Bundesrat scheint die Frauen und den Frauenstreik vergessen zu haben.

Vor nicht einmal zwei Monaten hat die Stimmbevölkerung mit der Annahme des AHV-Steuerpakets gezeigt, dass ihr die AHV viel wert ist. Die finanzielle Stabilität der AHV in den nächsten Jahren ist dadurch gewährleistet. Vor nicht einmal einem Monat haben die Frauen in diesem Land mit dem Frauenstreik – der grössten politischen Demonstration der neueren Geschichte – dann ein klares Signal gesendet: Es braucht echte Fortschritte bei der Gleichstellung.

Mit den heute beschlossenen Eckwerten zur AHV-Reform 21 verschliesst sich der Bundesrat vor diesen Realitäten. Er setzt weiterhin auf eine Erhöhung des Frauenrentenalters. Das ist aus Sicht von VPOD und SGB inakzeptabel und gefährdet die Arbeit an der Reform ohne Not. Die Delegierten des SGB und der VPOD haben sich klar gegen die Erhöhung des Frauenrentenalters ausgesprochen.

Die im Gegenzug für die Erhöhung des Rentenalters der Frauen vorgeschlagenen Kompensationsmassnahmen stellen keinen Ausgleich dar. Nicht nur beträgt die Kompensation bloss einen Drittel dessen, was die Frauen durch die Erhöhung des Frauenrentenalters an die Reform beitragen sollen. Sie beheben auch nicht das Problem, dass die Frauen in der Altersvorsorge wegen den Pensionskassenrenten insgesamt ein deutlich tieferes Rentenniveau haben als die Männer.

Für den SGB ist klar: Es bleibt genug Zeit für eine AHV-Reform im Interesse der breiten Bevölkerung. Die immer reicher werdende Schweiz kann und muss sich eine gute und solide finanzierte Altersvorsorge leisten. Das ist nicht nur der Verfassungsauftrag in Sachen Altersvorsorge. Ein würdiges Leben im Alter ist auch eine Frage des Respekts für die betroffenen Arbeitnehmer - und die Arbeitnehmerinnen, die mit dem Frauenstreik gezeigt haben, dass sie in der Umsetzung der Gleichstellung ein anderes Tempo erwarten - und keine Massnahmen am falschen Ort.

Diese News als PDF