Coronavirus: Schulschliessungen – Es braucht zwingend Massnahmen für erwerbstätigen Eltern und Betreuungspersonen

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Von: Christine Flitner

Die vorgesehenen Schulschliessungen, die zur Eindämmung der Pandemie nötig sind, stellen ein massives Problem für erwerbstätige Eltern dar. Der Gesundheitsschutz des Betreuungspersonals soll trotz Ausnahmesituation oberste Priorität haben.

Kinder unter 14 dürfen nicht lange Stunden allein gelassen werden, auch älteren Kinder darf das nicht über einen längeren Zeitraum hinweg zugemutet werden, die Grosseltern kommen als Betreuungspersonen nicht in Frage und kurzfristige selbstorganisierte Betreuungsgruppen arbeiten dem Zweck der Massnahme entgegen.

Es braucht daher klare Bestimmungen für Arbeitnehmende, welche jetzt notgedrungen Betreuungspflichten erfüllen müssen.
• Der VPOD fordert, dass erwerbstätigen Eltern bei jeglicher Abwesenheit zur Betreuung von Kindern bis 14 Jahren (je nach Situation bis 16 Jahren) in der Folge von behördlich getroffenen Massnahmen (Schulschliessungen, Kitaschliessungen) der Lohn fortgezahlt werden muss, so lange die Massnahme anhält. Der VPOD unterstützt die vom SGB geforderte Massnahme einer Lohnfortzahlung von Eltern mit Betreuungsaufgaben über die Erwerbsersatzordnung EO. Der Bundesrat muss diese Massnahmen rasch konkretisieren.

• Ausserdem braucht es Massnahmen und Unterstützung für Personen in prekären Arbeitsverhältnissen. Der Bund und die Kantone sind aufgefordert, solche Lösungen kurzfristig und unbürokratisch umzusetzen.

• Eine besondere Aufmerksamkeit braucht dabei die Situation des Gesundheitspersonals. Es darf nicht sein, dass das Gesundheits- und Pflegepersonal, das in dieser Situation schon besonders gefordert ist, nebenher noch unbetreute Kinder versorgen muss oder zuhause bleibt, weil keine Betreuung da ist.

Ebenso braucht es Sonderlösungen für die Kinder von Angestellten in anderen wichtigen öffentlichen Diensten (Polizei, Feuerwehr u.a.). Der VPOD ist der Meinung, dass für die Kinder dieser Personen ein Betreuungsdienst (Minimaldienst) in der gewohnten Umgebung (Schule, Kita) aufrecht erhalten bleiben muss. Die Kantone sind hier in der Pflicht.

Der Gesundheitschutz für das Betreuungspersonal, das in Schulen, Horten oder Kitas den Betrieb aufrechterhält, soll in dieser Ausnahmesituation oberste Prioirät haben. Die Kantone dürfen sich hier nicht aus der Verantwortung stehlen und klare Anordnungen, Massnahmen und Mittel bereitsstellen.

Das Betreuungspersonal ist solidarisch mit jenen, die aus oben genannten Gründen auf Betreuung angewiesen sind, der VPOD appelliert an alle anderen, privilegierten Eltern, sich mit dem Betreuungspersonal solidarisch zu zeigen.


Kontakt und Information
Natascha Wey, Zentralsekretärin VPOD, 076 386 82 80
Katharina Prelicz-Huber, Präsidentin VPOD, 076 391 79 15

Infos fürs Gesundheitspersonal:

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