VPOD-Umfrage: Es braucht mehr Schutz im Service public!

Von: Christine Flitner / Christoph Schlatter

Eine VPOD-Umfrage bei Beschäftigten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich (einschliesslich Kitas) zeigt, dass sich viele Angestellte nicht ausreichend geschützt fühlen.

1400 Beschäftigte aus den genannten Bereichen beteiligten sich an der Umfrage, welche zwischen 8. und 20 April durchgeführt wurde. Zwischen 30 und 36 Prozent der Beschäftigten beklagten fehlende Verfügbarkeit von Masken und sonstigem Schutzmaterial. Das gefährdet die Beschäftigten direkt, denn fast ein Drittel hat bei der Arbeit direkten Kontakt mit Covid-19-Patientinnen und -Patienten.

Der Befund gilt auch für den Sozialbereich: Beratung lässt sich vielleicht per Video realisieren, Betreuung aber braucht Nähe. Häufig wurde und wird die schwierige Abwägung zwischen dem Schutz der eigenen Gesundheit und jener der Betreuenden einfach aufs Personal überwälzt. Eine Stimme aus dem Kita-Bereich: «Das Umsetzen bestmöglicher Massnahmen bei der Betreuung wurde uns selbst überlassen. Da hätte ich mehr Vorschläge von der Leitung erwartet.»

In der Folge fühlen sich viele Mitarbeitende nicht ausreichend geschützt oder regelrecht ausgeliefert.

Die Arbeitsbedingungen im Gesundheits- und Sozialbereich haben sich durch Corona zusätzlich verschlechtert. Die einen müssen Minusstunden aufhäufen (obwohl das gesetzlich ausdrücklich nicht vorgesehen ist), anderen werden Überstunden abverlangt. Ausreichende Ruhezeiten und Pausen sind zum Schutz aller trotzdem unabdingbar. Wichtig ist, dass alle Sondermassnahmen punkto Schichten und Pflichtenhefte nach dem Ende der Pandemie vollständig rückgängig gemacht werden.

Ein weiteres Resultat der Umfrage muss nachdenklich stimmen: Rund drei Viertel der Befragten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich gaben an, dass sie kinderlos sind. Die Vermutung liegt auf der Hand, dass die professionelle Betreuungstätigkeit kaum oder gar nicht mit familiären Betreuungsaufgaben vereinbar ist. Erst recht nicht in der Krise. Vor der nächsten Krise müssen diese Berufe daher attraktiver und kompatibler gemacht werden. Es braucht mehr Schutz, mehr Planbarkeit und Arbeitsbedingungen, die vor Erschöpfungszuständen bewahren.

Ausführliche Ergebnisse und Diagramme aus der Umfrage:

» https://vpod.ch/umfrage-pflege-betreuungsinstitutionen

Auskunft:

  • Christine Flitner, VPOD-Zentralsekretärin: 079 318 28 25
  • Christoph Schlatter, VPOD-Zentralsekretär:079 774 77 67
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