Untersuchung gefordert über Pandemie-Auswirkungen

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Von: Elvira Wiegers

Amnesty International fordert eine Untersuchung über die Auswirkungen der Pandemie auf das Gesundheitspersonal. Damit unterstützt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International die vom VPOD bereits vor Monaten gestellte Forderung nach einer systematischen Erfassung des Gesundheitszustandes des Gesundheitspersonals.

Seit Ausbruch der ersten Covid-19-Welle fordert der VPOD, den Gesundheitszustand des Gesundheitspersonals systematisch zu erfassen und regelmässig darüber zu berichten. Erfahrungen aus diversen Ländern haben gezeigt, dass Menschen, die besonders stark dem COVID-19-Virus ausgesetzt waren, sehr schwer erkranken können. Gleichzeitig manifestierte sich während der ersten Covid-19-Welle der unglaubliche Skandal von fehlendem bzw. unzureichendem Schutzmaterial für das Gesundheitspersonal. Auch dauerte es lange, bis halbwegs akzeptable Arbeitsplatz-Lösungen für gefährdete Personen umgesetzt wurden. Für schwangere Frauen galt dieser besondere Schutz während der ersten Covid-19-Welle übrigens nicht! Angestellte aus dem Gesundheitspersonal gerieten teilweise massiv unter Druck, wenn sie die Missstände beim Namen nannten. Ein weiterer Tiefpunkt stellte die Sistierung von wichtigen Schutzbestimmungen des Arbeitsgesetzes für Spitalangestellte dar. In weniger als einer Woche sammelte der VPOD deshalb im vergangenen März 80'000 Unterschriften und forderte den Bundesrat mit seiner Petition auf, diese Sistierung rückgängig zu machen.

Auch die Menschenrechtsorganisation Amnesty International hat sich in den vergangenen Monaten intensiv mit den Arbeitsbedingungen im Gesundheitsbereich weltweit befasst und am 18. August eine entsprechende Kampagne in der Schweiz lanciert. In einem Offenen Brief fordert Amnesty International den Bundesrat auf, eine unabhängige Untersuchung über die Auswirkungen der Pandemie auf das Gesundheitspersonal in Auftrag zu geben. Das gleichzeitig lancierte Manifest soll von möglichst vielen Angestellten im Gesundheitsbereich unterschrieben werden, um der Forderung von Amnesty International mehr Gewicht zu verleihen.

Der VPOD unterstützt die Kampagne von Amnesty International vollumfänglich und ruft das Gesundheitspersonal dazu auf, das Manifest zu unterschreiben und sich für bessere Arbeitsbedingungen in seinem Bereich einzusetzen.

» Zum offenen Brief und der Kampagne

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