Gemeinsam für eine hochwertige Versorgung - Gemeinsam für die Gesundheitsberufe

Von: Frauenkommission VPOD

Die Frauenkommission des VPOD unterstützt die Protestwoche Gesundheit, die vom 26. bis 31. Oktober 2020 sowohl auf kantonaler als auch auf nationaler Ebene stattfinden wird. Es ist wichtiger denn je jetzt für die Bedürfnisse des Gesundheitspersonals einzustehen!

Im Frühjahr stand für einen kurzen Momen für alle das Wesentliche im Vordergrund: Leben zu schützen und zu retten. In vorderster Reihe stand das Personal in Spitälern, Pflegeheimen, häuslichen Pflege sowie in der Betreuung. In der Mehrzahl waren und sind das Frauen, die ihre Arbeit unter schwierigsten Bedingungen leisteten: einem chronischen Mangel an Personal, fehlender Schutzausrüstung, nicht vorhandenen oder sogar ausgesetzten Massnahmen zum Gesundheitsschutz und extremer physischer wie psychischer Belastung durch lange Arbeitszeiten und die Furcht, krank zu werden und das Virus weiterzugeben.

Diese Gesundheitsfachkräfte gaben alles. Politik und Arbeitgeber gaben nichts.

Inzwischen ist die Diskussion über die finanzielle oder gesellschaftliche Anerkennung der für die Gesellschaft unverzichtbaren Berufe verstummt. Schlimmer noch: der Gesundheitssektor ist durch Sparpläne auf kantonaler und nationaler Ebene bedroht. Der sozialdemokratische Gesundheitsminister Alain Berset hat ein Sparpaket in Höhe von einer Milliarde Franken zur Beratung vorgelegt. Während die Pandemie einen Mangel an Personal, Koordination, Ausrüstung und Medikamenten offenbart hat, wird der Gesundheitssektor weiterhin auf einen blossen Kostenfaktor reduziert.

Dies ist inakzeptabel und gefährlich. Es ist ein Schlag ins Gesicht für MitarbeiterInnen, die täglich ein hohes Engagement und Verantwortungsbewusstsein an den Tag legen und denen nun als Dank neue Sparmassnahmen drohen!

Und es ist eine sehr schlechte Nachricht für die PatientInnen, da diese Einsparungen die Qualität der Pflege und Betreuung weiter gefährden (und das in Zeiten einer Pandemie).

Während des Lockdowns erarbeiteten wir in der VPOD-Frauenkommission einen Text: " Unser Leben ist wichtiger als Profit". Unsere Forderungen nach einer Veränderung der Prioritäten betreffen auch den Gesundheitssektor:

  • Risikoprämie: Wir fordern sofort eine Prämie für das gesamte Personal im Gesundheitsbereich, welches das Funktionieren des Systems während der Pandemie gewährleistet hat, unabhängig von ihrer Tätigkeit.
  • Aufwertung der Gesundheitsberufe. Eine Prämie ist nicht genug. Die Beschäftigten im Ge-sundheitswesen fordern nun Lohnerhöhungen, Aufwertung der Funktionen und Berufe von Frauen und Verbesserung der Arbeitsbedingungen.
  • Gesundheit ist ein Recht. Das Grundrecht auf Zugang zur Gesundheitsversorgung muss für alle garantiert werden. Es ist eine Frage der Grundrechte, aber auch der öffentlichen Gesundheit.
  • Die öffentliche Gesundheit stärken. Es ist an der Zeit, einen echten öffentlichen Gesundheitsdienst aufzubauen, der die gesamte Gesundheitskette umfasst: Herstellung von Geräten und Medikamenten, wissenschaftliche Forschung, Finanzierung der Pflege, einschliesslich Krankenversicherung, Gesundheitseinrichtungen, Krankenhäuser, Pflegeheime und häusliche Pflege.
  • Ausreichend Personal ausbilden. Hätten Frankreich oder Italien beschlossen, ihr gesamtes medizinisches und pflegendes Personal zurückzuziehen, wäre das Schweizer Gesundheitssystem zusammengebrochen. Daran wird man sich erinnern müssen, wenn die Rechte wieder einmal "Ausländer" verteufelt. Vor allem braucht es mehr ausgebildetes Personal und zufriedenstellende Arbeitsbedingungen, damit qualifiziertes Personal den Beruf nicht vorzeitig aufgrund von Überlastung und Erschöpfung verlässt

Wir unterstützen die Protestwoche Gesundheit, es ist wichtiger denn je JETZT für die Bedürfnisse des Gesundheitspersonals einzustehen!

GEMEINSAM MIT DEM GESUNDHEITSPERSONAL!

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10.06.2020Forderungen VPOD-Frauen zum 14. Juni 2020PDF (131 kB)
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