Noch immer zu viele Vorlehrepraktika!

Von: Natascha Wey

Der Dachverband SAVOIRSOCIAL, bei dem der VPOD Mitglied ist, hat zum dritten Mal ein Monitoring durchgeführt, um zu eruieren, was Lernende im Bereich Fachmann/-frau Betreuung vor Lehrbeginn gemacht haben. Die Umfrage zeigt klar: Praktika vor der Lehre sind weitverbreitet und eher die Regel als die Ausnahme.

Nur 22 Prozent der Umfrageteilnehmenden sind direkt nach der obligatorischen Schulzeit in die Lehre als Fachmann/-frau Betreuung eingestiegen, 78 Prozent indirekt. Von diesen 78 Prozent, die nicht direkt in die Lehre eingestiegen sind, haben 60 Prozent mindestens ein Praktikum absolviert.

Die Praktika dauerten in der Mehrheit ein Jahr, etliche Lernende haben auch mehr als ein Praktikum gemacht. Besonders stossend ist die Situation im Kinderbetreuungsbereich: über ein Drittel der angehenden FaBes haben mehrere Praktika hinter sich, die insgesamt zwei Jahre oder länger dauerten. Eine wichtige Zusatzerkenntis daraus: nur jede*r Fünfte befragte sagte, das Praktikum sei auf eigenen Wunsch erfolgt. Bei 70 Prozent war es eine Forderung des Betriebs.

Wieso ist das alles skandalös? Zwei Drittel der Befragten verdienten mit ihren Praktika zwischen 400 – 800 Franken. Der VPOD vertritt klar die Haltung: Die Vorlehrpraktika gehören abgeschafft. Die Lehre im Bereich Betreuung soll – wie in vielen anderen Bereichen auch – in der gesetzlich vorgesehenen Zeit absolviert werden können. Es kann zudem nicht sein, dass im Sozial- und Kinderbetreuungsbereich die konstante Unterfinanzierung von Seiten der öffentlichen Hand durch unausgebildete und schlechtbezahlte Praktikant*innen aufgefangen wird.

Hier geht's zur Umfrage "Praktika vor Lehrbeginn"

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