Solidarität mit dem Gesundheitspersonal!

Foto: Eric Roset

Von: Verbandskommission Migration

Die VPOD-Verbandskommission Migration unterstützt die Forderungen des Gesundheitspersonals, das am Samstag, 30. Oktober, in Bern demonstriert. Diese Forderungen sind mehr als berechtigt. Wir sind solidarisch mit dem Kampf der Beschäftigten im Gesundheitswesen.

In der Schweiz hat mehr als jede vierte Person, die im Gesundheits- und Sozialbereich tätig ist, einen Migrationshintergrund. Drei Viertel von diesen sind Frauen, die Mehrheit sind junge Menschen und mehr als 80 % kommen aus Nachbarländern. Das schweizerische Gesundheitssystem würde ohne den Beitrag dieser Migrantinnen und Migranten nicht funktionieren.

Während der Pandemie haben wir dem Gesundheitspersonal applaudiert, das für uns da war, um unser Leben zu retten und uns zu versorgen. Am 30. Oktober werden wir nun in Bern mit den Beschäftigten des Gesundheitswesens zusammen auf die Strasse gehen, um ihre Forderungen zu unterstützen. Angesichts der harten Arbeitsbedingungen braucht es konkrete Massnahmen wie einen Covid-Bonus für alle und Lohnerhöhungen.

Wir unterstützen auch die Forderungen nach mehr Personal, eine bessere Ausbildung sowie Anerkennung der Diplome und Qualifikationen von Mitarbeitenden mit Migrationshintergrund. Das Gesundheitspersonal von heute ist müde, ausgebrannt und fühlt sich allein gelassen: Bereits jetzt gibt es einen Mangel an Personal, 40 % der Beschäftigten steigen aus dem Beruf aus, ein Drittel davon vor dem 35 Lebensjahr. Dies ist kein Zufall: Im Gesundheitsbereich arbeiten mehrheitlich Frauen. Für sie ist es sehr schwierig, den Beruf mit Familie und Privatleben zu vereinbaren. Die Arbeitszeiten, das Arbeitstempo und die Arbeitsintensität sind so belastend, dass immer mehr Arbeitnehmende ausbrennen und den Beruf aufgeben. Angesichts dessen, dass die Situation derart katastrophal ist, ist der Gegenvorschlag von Bundesrat und Parlament zur Initiative des Schweizer Berufsverbands der Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner SBK völlig unzureichend. Ebenso ist die vorgesehene Erhöhung des Rentenalters für Frauen auf 65 Jahre absolut inakzeptabel, die Mehrheit des Personals verlässt schliesslich bereits jetzt den Beruf viel früher.

Nicht nur die Beschäftigten im Gesundheitswesens leiden unter diesem Gesundheitssystem. Auch und gerade die Patient*innen leiden darunter, dass sich die Qualität der Pflege verschlechtert. Besonders betroffen sind stärker gefährdete Bevölkerungsgruppen, auch viele Migrantinnen und Migranten. Um eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung für alle zu gewährleisten, dürfen wir das Gesundheitssystem nicht länger dem Diktat des Marktes aussetzen. Und wir brauchen Arbeitskräfte im Gesundheitswesen, die gesund sind und gesund bleiben. Dies ist nur möglich bei guten Arbeitsbedingungen, Anerkennung und Respekt.

Wenn das Personal erschöpft ist, sind die Patient*innen in Gefahr!

Kommt alle zur Demonstration am 30. Oktober in Bern und meldet euch an:
https://vpod.ch/campa/gemeinsam-mit-dem-gesundheitspersonal/

VPOD-Verbandskommission Migration