Löhne rauf - Mobilisierungen in der ganzen Schweiz!

Von: Tanja Lantz

Unsere Kolleg:innen im Service public wehren sich gegen drohende Reallohnkürzungen. Wir mobilisieren!

Berufstätige mit tieferen und mittleren Einkommen haben 2022 nach Abzug der Teuerung schweizweit durchschnittlich weniger Lohn als im Jahr 2016.

Für das laufende Jahr gehen die neuesten Konjunkturprognosen des Seco – konservativ geschätzt – bereits von einer Teuerung von 3 Prozent aus, vom Vorjahresmonat August ab gerechnet liegt die Jahresteuerung aktuell bei 3.5 rozent.

Besonders ins Gewicht fallen bei der Teuerung Heizkosten (35.6 Prozent), Elektrizität (27 Prozent) und Krankenkassenprämien (6.6 Prozent)

BERN: Kundgebung am 18. November 2022 | Entscheidung am 5. Dezember 2022

Trotz hohem Überschuss im Budget schlägt der Regierungsrat dem Grossen Rat, der das Budget genehmigen muss, vor, die Teuerung mit gerade mal 0,5 Prozent auszugleichen. Zwar sieht er für die kantonalen Angestellten und die Lehrpersonen zusätzlich einen Lohnanstieg von 1,5 Prozent vor. Doch auch 2 Prozent Lohnanstieg bedeuten letztlich eine Lohnsenkung. Für die zahlreichen vom Kanton Bern ausgelagerten Betriebe des Sozialbereichs, wie Institutionen der Langzeitpflege oder Werkstätten für Menschen mit einer Beeinträchtigung, stehen seitens Kanton sogar nur 0,7 Prozent Lohnsummenwachstum und die 0,5 Prozent Teuerungsausgleich zur Verfügung. Die Lohneinbussen für die Angestellten in diesen Bereichen würden also noch gravierender.

Die Kolleg:innen aus Bern akzeptieren dies nicht und fordern den vollen Teuerungsausgleich, um Lohnsenkungen und Kaufkraftverlust vieler Angestellter im Kanton Bern zu verhindern. Am 18. November fand deshalb eine grosse Mobilisierung auf dem Waisenhausplatz statt. Der Grosse Rat entscheidet am 5. Dezember über das Budget, wir werden vor Ort sein, auf der Tribüne des Rathauses!

ZUERICH: Teilerfolg, doch was ist mit dem Personal in den kantonalen Spitälern?

Unsere Kolleg:innen vom VPOD Zürich forderten gegenüber allen Arbeitgebenden für das Personal im Service public den vollen Teuerungszuschlag sowie eine Reallohnerhöhung, um Lohnrückstände der letzten Jahre aufzuholen.Der Regierungsrat des Kantons Zürich beschloss nun immerhin den Teuerungsausgleich von 3.5 Prozent für das Personal. Der VPOD Zürich begrüsst diesen Entscheid. Für den öffentlichen Dienst braucht es jedoch mindestens 5 Prozent – den vollen Teuerungsausgleich und Reallohnerhöhungen. Bei den Angstellten der kantonalen Spitäler wird der Teuerungsausgleich nicht voll gewährt: 5 Millionen Franken pro Jahr wollen die vier kantonalen Spitäler/Kliniken USZ, KSW, PUK und ipw auf Kosten des Personals sparen - ein Skandal! Mehr Informationen

OSTSCHWEIZ: Situation schwierig

Im absoluten Minimum forderte der VPOD mit einer Medienmitteilung auch im Kanton St. Gallen den vollen Teuerungsausgleich. Weil die Lohnrunden in den vergangenen Jahren stets unbefriedigend waren und die Lohnschere sich immer mehr öffnete zwischen hohen Einkommen auf der einen Seite sowie unteren und mittleren Einkommen auf der anderen, besteht Nachholbedarf. Wir fordern daher zusätzlich zum Teuerungsausgleich 1 Prozent für den Produktivitätsfortschritt und 1 bis 2 Prozent Reallohnerhöhung. Wie dies jedoch angesichts der bürgerlichen Mehrheiten in der Ostschweiz erreicht werden soll, bleibt offen. In St.Gallen sind daher Mobilisierungen in der Diskussion.

Teuerungsausgleich für den Mittelbau!
Der VPOD hat den Schweizerischen Nationalfonds in einem Schreiben aufgefordert, die Teuerung auszugleichen, indem er seine Beiträge an Doktorierende erhöht. Weitere Informationen

FRIBOURG: Forderung nach 4 Prozent Lohnerhöhung - Petition gestartet

In Fribourg plant die Regierung für die Angestellten im Service public einen Teuerungsausgleich von 2.3 Prozent für das Budget 2023, was eine voraussichtliche Lohnkürzung von mindestens 0.7 Prozent bedeuten würde.

Unsere Kolleg:innen vom VPOD Fribourg fordern dagegen eine Lohnerhöhung von 4 Prozent für das Personal im Service public. Dies ist nur fair in einem reichen Kanton, dessen Vermögen 2021 um 38.8 Millionen Franken angestiegen ist auf 793.8 Millionen.

Nach einer Versammlung am 11. Oktober 2022 wurde die Petiton "Pétition + 4% pour toutes et tous" lanciert. Die Petition wird am 7. Dezember in Fribourg übergeben. Informationen auf der Webseite SSP Fribourg.

VAUD: Demo für vollen Lohnausgleich am 13. Oktober | GV am 21. November | Mobilisierungen 6. - 13. Dezember

Im Kanton Waadt fordern unsere Kolleg:innen vom VPOD Vaud den vollen Lohnausgleich für alle Beschäftigten im Service public, Verhandlungen über Sonderzuschläge sowie 100 Franken für alle – um auch die Teuerung von Energiekosten auszugleichen, die nicht im Konsumetenindex enthalten sind. Nach einer Kundgebung am 13. Oktober und einer Generalversammlung am 21. November stimmten die Beschäftigten des öffentlichen und halböffentlichen Sektors für eine Resolution, in der sie ihre Forderung nach einer Indexierung der Löhne, Renten und Stipendien an den Anstieg der tatsächlichen Lebenshaltungskosten bekräftigten. Die Versammlung beschloss außerdem, am 6. Dezember einen Kampftag an den Arbeitsplätzen zu organisieren, eine Versammlung vor dem Großen Rat, gefolgt von einer weiteren GV, und schließlich, ihre Aktionen am 13. Dezember zu verlängern.Mehr Informationen

JURA: 4 bis 5 Prozent gefordert | Mobilisierung gegen kantonalen Sparplan

Im Kanton Jura fordert der VPOD mindestens 3% mehr Lohn. Für den öffentlichen Dienst finden die Diskussionen darüber in einem schwierigen, von Sparmassnahmen geprägten Umfeld statt. In der Stadt Delémont wurde eine Erhöhung von 3% erreicht. In den übrigen Gemeinden werden die Verhandlungen fortgesetzt. Auf kantonaler Ebene mobilisiert der SSP Jura gegen einen kantonalen Sparplan für die kommenden Jahre. Am 23. November organisierte er zusammen mit anderen Gewerkschaftsorganisationen eine Kundgebung vor dem jurassischen Parlament, bei der das Einfrieren des Sparplans 22-26 gefordert wurde.
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NEUCHÂTEL: Mobilisierungen 30. November | 6. Dezember | 12. Dezember

In Neuenburg werden zwischen Ende November und Mitte Dezember mehrere Mobilisierungen stattfinden:

  • Das Personal des Sozialwesens organisiert am 30. November eine große Versammlung im Hof des Neuenburger Schlosses, um vom Staat mehr Mittel zu fordern und seine Petition zu überreichen, die von den Beschäftigten, die dem GAV-ES unterliegen, weitgehend unterstützt wird. Weitere Informationen
  • Das Gesundheitspersonal wird am 6. Dezember den Hof des Schlosses Neuenburg besetzen. Der Kanton muss zusätzliche Mittel für die Lohnanpassung bereitstellen! Weitere Informationen
  • Das Personal der Gemeinde Neuenburg wird am 12. Dezember gegen den Beschluss des Gemeinderats mobilisieren, die Lohnstufe einzufrieren und die Lohntabelle nur teilweise an den LIK anzupassen. Weitere Informationen

GENF: Nach dem Streik das Warten

Nach dem Streiktag am 12. Oktober und 3. November, steht nun die Entscheidungen des Finanzausschusses zum Haushaltsentwurf auf. Unsere Kolleg:innen warten und sind parat. Mehr Informationen

Möchtest du dich an den Mobilisierungen beteiligen? Dann melde dich bei deinem zuständigen VPOD-Sekretariat