Zur Kundgebung mit mehr als 5000 Teilnehmenden auf dem Bundesplatz haben elf
Gewerkschaften und Berufsverbände des Gesundheitswesens aufgerufen. Die Mehrheit der
Demonstrant:innen sind Beschäftigte aus den verschiedenen Bereichen des
Gesundheitswesens, aber auch viele Rentner:innen sowie Vertreter:innen von
Frauenorganisationen und der breiten Zivilgesellschaft nehmen an der Kundgebung teil.
Sie alle sind wütend über die schwierigen Arbeitsbedingungen in der
Gesundheitsversorgung und die zu langsame und unvollständige Umsetzung der
Pflegeinitiative. Der Vorschlag des Bundesrats für die zweite Umsetzungsetappe mit den so
dringend nötigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen kam spät und ist ungenügend.
Das Parlament muss nun unbedingt und möglichst bald nachbessern. Die oft unzumutbaren
Arbeitsbedingungen in allen Gesundheitsberufen erschweren eine sichere und qualitativ
hochstehende Pflege und Gesundheitsversorgung für die breite Bevölkerung. Die
Demonstrierenden fordern gute Stellenschlüssel und Skill-and-Grade-Mixes, eine gut
finanzierte Gesundheitsversorgung als Service Public, eine bessere Vereinbarkeit sowie
gute Arbeitsbedingungen und verbindliche Vorschriften, an die sich alle Arbeitgeber halten.
Die Demonstrant:innen zeigten symbolisch rote Karten:
- dem Bundesrat für die unzureichende Umsetzung der Pflegeinitiative;
- den kantonalen Behörden, die die Budgets im Gesundheitsbereich kürzen, was zu Lohnkürzungen, Schliessung von Geburtenabteilungen und der Streichung von Betten in den als «nicht rentabel» geltenden Abteilungen der Spitäler führt.
- Bund und Kantonen, weil gute Pflege und Betreuung von Betagten und Pflegebedürftigen nur als Kostenfaktor gesehen werden, während immer mehr ältere Menschen auf Pflege und Betreuung angewiesen sind.
Die Schweizer Regisseurin Petra Volpe wurde für ihren Film «Heldin» ausgezeichnet. Der
Film ist ein wichtiger Tribut an eine oft unsichtbare, aber unverzichtbare Arbeit unter
schwierigen Bedingungen. Mit ihrer Grussbotschaft zeigt Petra Volpe ihre Unterstützung für
die wichtigen Anliegen der Pflegenden.
Die Teilnehmenden stimmen über eine Resolution zur weiteren Mobilisierung und zur
Entwicklung eines breiten zivilgesellschaftlichen und gewerkschaftlichen Protestes ab. Die
Proteste sollen den Druck auf die Entscheidungsträger:innen erhöhen, mit der Möglichkeit
der Unterstützung des feministischen Streiks vom 14. Juni 2027 im Sinne der Care-Arbeit.
Auszüge aus Reden auf dem Bundesplatz:
«Ich stand mit euch vor vier Jahren auf dem Bundesplatz. Als dann die Pflegeinitiative
angenommen wurde, dachten wir, dass nun wirklich etwas in Bewegung kommt. Die
Enttäuschung ist gross. Heute zeigen wir dem Bundesrat die rote Karte und als Bewegung
die Entschlossenheit zu Arbeitskämpfen und Streiks zu schreiten, wenn sich nichts ändert!»
— Deniz, Plegefachperson und Berufsbilderin, Mitglied der Gewerkschaft VPOD
«Das ist nicht mein individuelles Problem, sondern ein gesellschaftliches und politisches.
Das System lässt nicht zu, dass ich meinen Job richtig machen kann und dass ältere
Menschen die Pflege und Betreuung erhalten, die sie brauchen. Wir wissen: Betreuung ist
ungenügend finanziert, die Pflegefinanzierung reicht nicht aus, damit ein sicherer und guter
Stellenschlüssel eingehalten werden kann.»
— Sandra, Pflegefachfrau Langzeitpflege, Mitglied der Gewerkschaft Unia
«Es ist unerlässlich, eine angemessene Pflegepersonalausstattung im Einklang mit der
Komplexität der Pflege sicherzustellen, um die Qualität und Sicherheit der Versorgung für
die Patient*innen sowie akzeptable Arbeitsbedingungen zu gewährleisten.»
— Sylvie Froh, Pflegefachfrau SBK
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| 25.11.2025 | Medienitteilung Nach Kundgebung 22.11. | PDF (201.1 kB) |
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| 25.11.2025 | Resolution Protest Gesundheitspersonal 22.11. | PDF (115.5 kB) |
