Gewaltprävention stärken – Schutz für Beschäftigte im Service Public sichern

Von: Vanessa Salamanca, Zentralsekretärin Gleichstellung & Soziales

In der laufenden Budgetdebatte 2026 hat der Nationalrat am Montagabend beschlossen, keine zusätzlichen Mittel für den Schutz vor geschlechtsspezifischer und häuslicher Gewalt bereitzustellen – ein Entscheid, der öffentliche Proteste mit mehreren hundert Teilnehmenden auf dem Bundesplatz in Bern ausgelöst hat. In der Folge hat der Ständerat den Entscheid revidiert und zusätzliche Gelder nochmals ins Spiel gebracht.

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Für den VPOD ist klar: Gewaltprävention, Schutz- und Unterstützungsangebote sind nicht «Nice-to-have», sondern zentrale Voraussetzungen für sichere Arbeitsbedingungen im Bereich Gesundheit, Soziales und Bildung. Beschäftigte im öffentlichen Dienst stehen täglich in Kontakt mit Menschen, die von Gewalt betroffen sind oder Schutz suchen. Eine starke und gut finanzierte Infrastruktur – von Fachstellen über Beratungsangebote bis hin zu Zufluchts- und Schutzstrukturen – ist deshalb direkt relevant für ihre Arbeit und ihre eigene Sicherheit.

Statistiken zeigen, dass häusliche Gewalt in der Schweiz weit verbreitet ist. So wurden der Polizei im Jahre 2024 trotz steigender Präventionsbemühungen über 21 000 Fälle gemeldet, und Frauen sind überdurchschnittlich häufig betroffen. Häusliche Gewalt macht einen grossen Teil dieser Delikte aus und fordert weiterhin einen hohen gesellschaftlichen Einsatz.

Gerade im Service Public sind Beschäftigte nicht nur Zeugen, sondern oft auch Ansprechpersonen und Erste Hilfe für Betroffene von Gewalt. Unterfinanzierung in diesem Bereich führt zu Mehrbelastung, Unsicherheit und schlechteren Dienstleistungen – nicht nur für Betroffene, sondern auch für die Mitarbeitenden selbst. Der VPOD fordert deshalb konsequent:

  • Finanzielle Sicherstellung und Ausbau von Schutz- und Beratungsstrukturen,

  • Schulung und Ressourcen für Beschäftigte im Gesundheits- und Sozialwesen,

  • klare politische Priorität für Gewaltprävention im Bundesbudget 2026.

Die breite gesellschaftliche Reaktion auf diese Debatte zeigt, wie stark dieses Thema verankert ist und wie viele Menschen sichere Rahmenbedingungen für Betroffene und Mitarbeitende im öffentlichen Dienst erwarten. Setzen wir uns gemeinsam dafür ein, dass Gewaltprävention und Schutz kein Sparposten, sondern eine Investition in Sicherheit, Gesundheit und Arbeitsqualität bleiben.