JA zur Initiative für eine Zukunft!

Der VPOD unterstützt die Initiative für eine Zukunft, über welche die Schweizer Stimmbevölkerung am 30. November abstimmt. Hier erklären wir die Gründe.

Die Initiative für eine Zukunft verlangt die Besteuerung von Gross-Erbschaften über 50 Millionen Franken. Die zusätzlichen Einnahmen sollen für die Bekämpfung der Klimakrise und den sozial-ökologischen Umbau unserer Wirtschaft eingesetzt werden.

Der VPOD unterstützt die Initiative, da die Bekämpfung der Klimakrise ein zentrales gewerkschaftliches Anliegen darstellt.
Die Folgen der Klimakrise treffen die Arbeitnehmer:innen tagtäglich. Ganze Berufsgruppen sind in der Schweiz direkt betroffen: Sie arbeiten in einer zunehmend belasteten Umwelt, leiden unter Hitzestress, Atemwegserkrankungen, Infektionen und leben mit dem steigenden Risiko von Naturkatastrophen. Auch die indirekten Auswirkungen sind gravierend – etwa die stärkere Belastung durch gefährliche Stoffe, die eingesetzt werden, um die Schäden der Klimakrise in der Landwirtschaft abzufangen.
Dasselbe gilt auch auf globaler Ebene: Ausländische Arbeitnehmende werden bewusst weiter prekarisiert, um Druck auf alle Beschäftigten auszuüben. Umso wichtiger ist Solidarität: internationale Solidarität mit jenen Menschen, die ihre Arbeit unter zunehmend schlechten Bedingungen verrichten müssen und Solidarität mit Migrant:innen, die ihre Heimat aufgrund der Klimakrise verlassen müssen.

In der Schweiz versuchen Arbeitgeber und ihre politischen Verbündeten die Auswirkungen der Klimakrise auf die Beschäftigten abzuwälzen. Wirtschaftliche Probleme wie sinkende Produktivität, steigende Transportkosten oder geopolitische Unsicherheiten sollen auf Kosten der Arbeitnehmer:innen kompensiert werden – längere Arbeitszeiten, stagnierende oder sinkende Löhne und ein Abbau der sozialen Sicherungssysteme sind Ausdruck dieser Strategie.
Dieselben Personen versuchen selbst die zögerlichen Klimaschutzmassnahmen der Schweiz auszuhöhlen und die Kosten allein den Arbeitnehmer:innen aufzubürden.
Viele Massnahmen konzentrieren sich fast ausschliesslich auf den individuellen Konsum – obwohl dieser nur einen Bruchteil der notwendigen Veränderungen ausmacht. Die wirtschaftlichen und finanziellen Strukturen, die das Klima am stärksten belasten, bleiben unangetastet. Die UBS etwa investiert massiv in fossile Energien. Bundesrat und Parlamentsmehrheit wollen zudem selbst bescheidene soziale Fortschritte in der Klimapolitik rückgängig machen, indem sie Subventionen streichen.

Die Annahme der Initiative für die Zukunft wäre ein klarer Bruch mit dieser zerstörerischen Logik.

Arbeitnehmer:innen tragen nicht die Hauptverantwortung für die ökologische Krise. Sie ist das Ergebnis eines Wirtschaftsmodells, das auf unendliches Wachstum und Kapitalakkumulation setzt – ohne Rücksicht auf die Grenzen des Planeten.

Die Klimakrise vertieft soziale Ungleichheiten: Die reichsten 10 % generieren die Hälfte aller CO₂-Emissionen. Laut Oxfam verursachen 50 Milliardär:innen in 90 Minuten im Mittel mehr Treibhausgase als ein Mensch im weltweiten Durchschnitt in einem ganzen Leben.

Gleichzeitig werden viele Arbeiter:innen durch Energiesparmassnahmen im Alltag eingeschränkt, obwohl ihre Einflussmöglichkeiten gering sind. Die meisten Beschäftigten sind Mieter:innen und haben keinerlei Einfluss auf das Heizsystem ihrer Wohnungen. Finanzkonzerne, denen grosse Teile des Immobilienmarktes gehören (UBS, Swiss Life, Zürich Versicherung usw.), bestimmen hier die Bedingungen.

Ein sozial gerechtes Finanzierungssystem für den Klimaschutz würde den ökologischen Umbau der Industrie erleichtern und neue, nachhaltige Arbeitsplätze schaffen – etwa im Bauwesen, in den erneuerbaren Energien, in Reparatur und Recycling, im Schienengüterverkehr oder im öffentlichen Verkehr.

Die Initiative für eine Zukunft würde Haushalte von Arbeitnehmer:innen konkret entlasten – durch günstigen oder sogar kostenlosen öffentlichen Verkehr, geringere Wohnkosten dank energetischer Sanierungen und durch die Verhinderung von Mieterhöhungen nach solchen Arbeiten. Gleichzeitig würden jene Personen zur Kasse gebeten, welche den grössten Einfluss auf die Verschärfung der Klimakrise haben und von der Ausbeutung der Umwelt durch schädliche Investitionen oft auch stark profitiert haben.