30 Jahre Gleichstellungsgesetz – noch gibt es viel zu tun!

Von: Vanessa Salamanca, Zentralsekretärin Gleichstellung

Vor 30 Jahren trat das Gleichstellungsgesetz in Kraft – erkämpft von der Frauenbewegung, nicht geschenkt von der Politik. Es hat viel bewegt. Doch das wichtigste Versprechen ist bis heute nicht eingelöst: gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit. Es bleibt viel zu tun.

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Das Gesetz hat viel bewegt: Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz ist seither verboten. Wer sich gegen Diskriminierung wehrt, ist besser vor Kündigung geschützt. Und bei Diskriminierung wurde die Beweislast erleichtert: Betroffene müssen sie nur glaubhaft machen, den Gegenbeweis muss die Arbeitgeberin erbringen. Diese Rechte nutzen uns allen, jeden Tag.

Beim wichtigsten Versprechen aber – gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit – hakt es bis heute. Es gibt zwar eine Lohnanalysepflicht, aber ohne Kontrollen und ohne Sanktionen. 2025 gab der Bundesrat selbst zu: Mehr als die Hälfte der Arbeitgeber:innen macht schlicht nicht mit. So verdienen Frauen bei einer Vollzeitstelle im Schnitt 1364 Franken pro Monat weniger als Männer – ein Rückstand, der sich später in einer tieferen Rente fortsetzt.

Am deutlichsten trifft die Ungleichheit jene Branchen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten und in denen viele VPOD-Mitglieder arbeiten: Pflege, Kinderbetreuung, Bildung und Sozialbereich. Diese Arbeit ist unverzichtbar – und wird trotzdem systematisch schlechter bezahlt. Das ist kein Zufall, sondern eine politische Entscheidung. Statt gegenzusteuern, bremst die Politik: Die Umsetzung der Pflegeinitiative stockt, der Gegenvorschlag zur Kita-Initiative enttäuscht, und in vielen Kantonen und Gemeinden gehen Sparpakete direkt auf Kosten des Service public. Der Abbau geschieht auf dem Rücken der Frauen – in genau unseren Branchen.

Am 14. Juni 2027 gehen wir gemeinsam für den feministischen Care-Streik auf die Strasse. Wir fordern: echte Kontrollen und Sanktionen bei der Lohngleichheit, faire Löhne für die Care-Berufe und die öffentliche Hand als Vorbild. Mach mit. Werde sichtbar. Gemeinsam holen wir uns, was uns zusteht.

Informiert euch jetzt über die Kampagne.