Hitze im Sozialbereich: Schutz für Personal und betreute Personen!

Von: Vanessa Salamanca, Zentralsekretärin Sozialbereich

Die Hitzewellen diesen Sommer haben auch den Sozialbereich stark getroffen – das Personal wie die betreuten Personen. Eine VPOD-Umfrage zeigt, wo es Massnahmen braucht.

Die Hitzewellen im Sommer 2026 haben gezeigt: Extreme Hitze ist auch in Wohnheimen, sozialen Einrichtungen und Beratungsstellen ein echtes Problem. Der VPOD hat über die Sommermonate schweizweit bei Beschäftigten im Sozialbereich nachgefragt – in der Behindertenhilfe, Sozialarbeit, im Kindesschutz, in der Migration sowie in der sozialen und beruflichen Integration. Und die Ergebnisse sind deutlich.

96 % der Befragten geben an, dass es in ihren Räumen diesen Sommer zu heiss war. Nur 22 % finden, dass ihre Arbeitgeber:innen genug dagegen tun. Die Folgen für die Gesundheit sind spürbar: Über 90 % hatten mit Müdigkeit und Konzentrationsproblemen zu kämpfen, 62 % mit zusätzlichem Stress. Fast die Hälfte wusste zudem nicht, dass Temperaturen über 28 Grad für Schwangere gefährlich sein können – obwohl auch schwangere Personen an der Umfrage teilgenommen haben.

Auch die betreuten Personen sind stark betroffen: Müdigkeit (93 %), Unruhe (71 %), Verhaltensstörungen (61 %), Isolation (46 %), Dehydrierung (45 %). Nur 47 % der Beschäftigten haben das Gefühl, dass die ihnen anvertrauten Menschen ausreichend geschützt sind. Für viele im Sozialbereich stellt sich damit die Frage, ob sie ihre Arbeit noch richtig machen können.

«Es fehlt an Rücksichtnahme und am Bewusstsein für unseren Alltag», sagt eine Erzieherin.

Die Befragten haben auch gesagt, was aus ihrer Sicht am wichtigsten ist. Am häufigsten genannt wurden:

  • Lüftung in allen Räumen, in denen gearbeitet und betreut wird.
  • Bessere Gebäude: Anpassung und Sanierung, damit die Hitze draussen bleibt.
  • Angepasste Arbeitszeiten bei grosser Hitze – an dritter Stelle genannt.

Ein Punkt zieht sich durch alle Antworten: Das Personal will mitreden. Bisher wurde nur knapp ein Drittel der Teams überhaupt gefragt. Dabei wissen gerade die Beschäftigten am besten, was in ihrem Alltag hilft.

Vieles davon lässt sich schnell umsetzen. Da der Sommer vorbei ist, bleibt jetzt Zeit dafür. Der VPOD nimmt Arbeitgeber:innen und Behörden in die Pflicht – damit die Hitzewellen 2027 nicht wieder auf dieselben ungeschützten Räume und überlasteten Teams treffen.

Der VPOD wertet die Umfrage weiter aus und erarbeitet konkrete Forderungen. Bis dahin sind alle eingeladen, sich an den Demonstrationen «Keine Sommer mit 50 °C!» zu beteiligen, die aktuell in der ganzen Schweiz stattfinden.


Mach mit!
Die Verbandskommission Soziales des VPOD sucht aktive Mitglieder aus dem Sozialbereich. Du willst dich für bessere Arbeitsbedingungen einsetzen – bei der Hitze und darüber hinaus? Dann bist du bei uns richtig. Melde dich und gestalte mit!