“Genug der leeren Worte!” Die Mitarbeitenden von Stadtbus Winterthur richten ein Ultimatum an den Stadtrat
Am 12.3 beschlossen die SBW-Mitarbeitenden bei ihrer Personalversammlung einstimmig, dem zuständigen Stadtrat Stefan Fritschi noch bis Mittwoch Zeit zu geben, ernstgemeinte Verbesserungen ihrer Arbeitsbedingungen zu präsentieren - sonst werden sie wieder in den Streik treten.
Nach dem erfolgreichen Warnstreik der Winterthurer Bus-Belegschaft am 3. März liessen sich die Stadtregierung und die Geschäftsleitung von Stadtbus Winterthur nach 400 Tagen endlich auf Verhandlungen mit dem Personal ein. Die Forderungen des Personals sind inzwischen stadtweit bekannt und stossen auch auf die Unterstützung der Bevölkerung. Die SBW-Mitarbeitenden verlangen einen Ausbau der Zuschläge für Nacht- und Sonntagsarbeit (ab 20 Uhr, wie an vielen anderen Orten, statt erst ab 22 Uhr), gerechte Lösungen für die kurzfristig anberaumten Einspringerdienste (ED) sowie die Abschaffung der unfairen Minuszeiten.
Der Warnstreik fand am Morgen des 3. März statt, die Verhandlungen begannen am 5. März. Leider waren bislang von der Verhandlungsdelegation der Stadt vor allem leere Worte zu hören. Die Unzufriedenheit unter dem Personal ist entsprechend gross. “Aus unserer Sicht sind das Scheinverhandlungen, um Zeit zu gewinnen. Bislang haben wir keinen Willen für ein echtes Angebot auf unsere Anliegen erhalten.” Christian Reisacher, Chauffeur von Stadtbus Winterthur.
Gestern Abend an der Personalversammlung von Stadtbus Winterthur haben die über 100 anwesenden SBW-Mitarbeitenden der Stadtregierung nun ein Ultimatum gestellt. Sie verlangen substanzielle Angebote – sonst wird wieder gestreikt. Der Streik wird unangekündigt stattfinden und wird unbefristet ausgerufen. “Für diesen Streik wären einzig und allein der Stadtrat und die Geschäftsleitung verantwortlich. In sechs Stunden Verhandlungen wurden keine Lösungen für die Sorgen der Mitarbeitenden vorgelegt”, so Micha Amstad, VPOD-Zentralsekretär für den Nahverkehr.
“Wir wollen nicht streiken, aber unsere jetzigen Arbeitsbedingungen sind für alle Fahrgäste eine Gefahr. Das können wir nicht mit uns vereinbaren.” so ein anonymer SBW-Mitarbeitender an der gestrigen Personalversammlung. “Wir sind nach wie vor jeder Zeit für echte Verhandlungen bereit. Der Stadtrat weiss, wo er uns erreichen kann”, ergänzt er.
Rückfragen an:
- Jasmin Chalendi, Fachsekretärin Kommunikation VPOD, +4237936567,
- Micha Amstad, Zentralsekretär Nahverkehr VPOD, +41 77 423 87 27,
