Am 14. Juni stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung über eine Revision des Zivildienstgesetzes ab. Die Vorlage zielt darauf ab, junge Männer mit schikanösen Massnahmen vom Wechsel in den Zivildienst abzuhalten und so die Militärbestände zu erhöhen.
Dies in einer Situation, in der die Militärbestände schon heute über dem gesetzlich festgeschriebenen Maximum liegen, während viele Branchen, in denen «Zivis» tätig sind, mit akutem Personalmangel kämpfen.
Die Folge dieser Änderungen wäre klar: weniger Zivildienstleistende, weniger Einsatztage, weniger Unterstützung in gesellschaftlich zentralen Arbeitsbereichen.
Auch der Service Public steht damit direkt unter Beschuss.
Zivildienst: unverzichtbare Entlastung im Alltag
2024 leisteten Zivildienstleistende rund 1,9 Millionen Diensttage. Die Einsätze konzentrieren sich stark auf den öffentlichen und gemeinnützigen Bereich: Über die Hälfte der «Zivis» waren im Sozialwesen tätig, 15% unterstützten im Gesundheitswesen und 17% leisteten ihren Dienst im Bildungsbereich.
Im Sozialwesen sind es vor allem Alters- und Pflegeheime, Institutionen für Menschen mit Unterstützungsbedarf sowie sozialpädagogische Einrichtungen, die von «Zivis» profitieren. Im Bildungsbereich unterstützen Zivildienstleistende Schulen und Tagesstrukturen, im Gesundheitswesen Spitäler und Pflegeinstitutionen.
Diese Arbeit ist kein „Nice-to-have“, sondern ein fester Bestandteil des jeweiligen Betriebs – eine wichtige Entlastung in Branchen, in denen heute schon akuter Personalmangel herrscht.
Ziel der Revision ist eine Reduktion der Zulassungen zum Zivildienst um rund 40 Prozent. Gelingt dies, fehlen im Sozialwesen jährlich 7500 Zivildienstleistende und im Bildungs- und Gesundheitsbereich je rund 2500 unterstützende Arbeitskräfte.
Gerade in der Pflege, in Schulen und in sozialen Einrichtungen bedeutet das mehr Belastung und Stress für das ausgebildete Personal und zunehmende Schwierigkeiten die hohe Qualität der öffentlichen Dienste aufrecht zu erhalten.
Zivildienst ist Unterstützung – kein Ersatz
Wichtig ist dabei: Der Zivildienst kann und soll keine ausgebildeten Fachkräfte ersetzen. Pflege, Bildung und Betreuung brauchen langfristig mehr qualifiziertes Personal, bessere Arbeitsbedingungen und stabile Teams.
Gleichzeitig übernehmen «Zivis» unterstützende Aufgaben, ermöglichen Zeit für Betreuung, entlasten bei Alltagsarbeiten und tragen dazu bei, dass die Institutionen funktionsfähig bleiben. Dies wird mit der Revision geschwächt – ohne Ersatz, ohne ausgewiesene Notwendigkeit und trotz klarer Nachfrage in den betroffenen Institutionen.
Nein am 14. Juni
Der VPOD sagt deshalb klar Nein zur Zivildienstrevision. Wer den Service public stärken will, investiert in Personal, Ausbildung und gute Arbeitsbedingungen – und schwächt nicht das bewährte Sytem des Zivildienstes, das konkret entlastet.
