Pikettdienst

Wenn ich mich für Arbeitseinsätze zur Behebung von Störungen oder in Notfällen bereit halten muss, spricht man von Pikettdienst oder Bereitschaftsdienst.

BEREITSCHAFTSDIENST IM BETRIEB: Wenn ich mich im Betrieb für Einsätze zur Verfügung halten und sofort einsatzbereit sein muss, gilt die ganze Bereitschaftszeit als Arbeitszeit. Ein derartiger Bereitschaftsdienst ist wie jede andere Arbeitsleistung zu planen und abzurechnen.

PIKETTDIENST ZU HAUSE: Wenn ich nicht im Betrieb, sondern zu Hause für Pikettdienst bereitstehen muss, so gilt dieser Pikettdienst nicht als Arbeitszeit. Dabei ist zu beachten:

  • Der Einsatzhorizont beträgt mindestens 30 Minuten. Wenn ich schneller einsatzbereit sein muss, gilt dies als Bereitschaftsdienst im Betrieb und muss vollständig als Arbeitszeit angerechnet werden. Ausnahmbestimmung für Spitäler: Aus zwingenden Gründen gemäss Verordnung 2 zum Arbeitsgesetz kann in Spitälern der Einsatzhorizont auch kürzer sein.
  • Pikettdienst ohne Einsätze zählt nicht als Arbeitszeit. Es muss aber eine Entschädigung bezahlt werden. Die Höhe der Entschädigung wird durch Arbeitsvertrag festgelegt.
  • Bei einem Arbeitseinsatz aus Pikettdienst zählen die ganze Einsatzzeit plus der Hinweg plus der Rückweg als Arbeitszeit (in der Regel also 2 x 30 Minuten Arbeitsweg).
  • Für erfolgte Arbeitseinsätze aus Pikettdienst in der Nacht muss der Nachtzeitzuschkag gewährt werden.
  • In vier Wochen dürfen maximal 7 Piketttage eingeteilt werden; nach letztem Pikettdienst müssen zwei pikettfreie Wochen eingeplant werden. Von dieser Regel gibt es Ausnahmen für bestimmte Branchen (z.B. Tierarztpraxen) und besondere Verhältnisse (knappe Ressourcen kobiniert mit seltenen Einsätzen).