AHV21 - Nein zum Rentenabbau bei Frauen!

Keine Rentenaltererhöhung auf Kosten der Frauen - nein zur AHV21.

Das Parlament hat Ende Dezember die neue AHV-Reform überwiesen. Die rechts-bürgerliche Mehrheit will die AHV auf Kosten der Frauen reformieren, anstatt die Renten für Frauen zu verbessern. Das lassen wir uns nicht bieten - gemeinsam kämpfen wir gegen die AHV21 und haben mit anderen Verbänden das Referendum ergriffen.

Für die Gewerkschaften, allen voran den VPOD ist jedoch bereits länger klar: Keine Rentenaltererhöhung auf Kosten der Frauen. Frauen haben heute im Schnitt bereits 1/3 tiefere Renten als Männer. Da sollte das Parlament ansetzen, nicht bei fragwürdigen Erhöhungen des Rentenalters unter dem Deckmantel der Gleichstellung. Frauen, die rund eine Medianrente erhalten, verlieren über CHF 1200 pro Jahr an Rente, Für mehr als die Hälfte der Frauen sind die Einbussen sogar noch höher. Insgesamt sind Rentenverschlechterungen bis zu jährlich 1500 Franken möglich.

Die Rentensituation der Frauen in der Schweiz ist prekär. Die Medianrente der Frauen, die eine AHV- und BVG Rente beziehen, liegt unter 3000 Franken pro Monat. Dabei gilt es im Hinterkopf zu behalten, dass fast ein Drittel aller Frauen gar keine Rente aus der zweiten Säule erhält. Natürlich steigt die Erwerbsquote bei den jüngeren Frauen nach wie vor, doch ein Vergleich mit den Männern zeigt, dass auch sie zunehmend Mühe haben, im Alter eine Rentenhöhe zu erreichen, von der sich sorgenlos leben lässt. Die gesetzlich geschützten, maximal möglichen Rentenleistungen aus AHV und BVG betragen für eine männliche Einzelperson im Jahr 2021 CHF 4370 Franken. Auch damit bewegt man sich nicht im Luxussegment.

Frauen arbeiten heute. Sie arbeiten viel und sie arbeiten zu tiefen Löhnen und schlechten Arbeitsbedingungen. Oft werden sie in die Teilzeitarbeit getrieben, weil ein Vollzeitpensum wie beispielsweise in der Pflege sowohl körperlich wie auch aus Vereinbarkeitsgründen kaum machbar ist. Die AHV ist die einzige Säule, die für die Frauen heute funktioniert. Nun soll diese geschwächt werden.

Noch nie wurde dem Parlament eine Vorlage beraten, die für eine Rentenaltererhöhung derart mickrige Übergangsmassnahmen vorsah. Die Bürgerlichen loben zwar ihre "Kompensationsmassnahmen" für die Übergangsgeneration, den vollen Rentenzusatz erhalten aber nur gerade zwei Jahrgänge, alle anderen erhalten weniger. Die Rentensenkung trifft also auch Frauen, die heute kurz vor der Pensionierung stehen und nie eine Chance hatten, sich eine anständige Rente zu erarbeiten. Zudem: es gehen heute diejenigen Frauen früher in Pension, die es sich leisten können. Alle anderen arbeiten sowieso schon länger. Sie also sollen mit der aktuellen Reform noch mehr bluten.

Für uns ist klar, wir lassen uns diesen Rentenabbau auf Kosten der Frauen nicht bieten!

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