Die Bevölkerung lehnt die Altersvorsorge 2020 mit knapper Mehrheit ab

Altersvorsorge. Quo vadis? ©Manu Friederich

Mit knapper Mehrheit hat die Bevölkerung am heutigen Sonntag die Vorlage zur Altersreform 2020 verworfen.

Zum knappen Ergebnis trugen auch der grosse gewerkschaftliche Widerstand in der Westschweiz bei. Den bürgerlichen Parteien soll das eine Warnung sein: künftige Abbauvorlagen werden von den Arbeitnehmenden nicht goutiert und konsequent bekämpft.

«Der linke Widerstand gegen die Altersreform 2020 war gross», kommentiert VPOD-Präsidentin Katharina Prelicz-Huber das Abstimmungsresultat. Die Erhöhung des Frauenrentenalters und die Senkung des Umwandlungssatzes in der zweiten Säule seien vor allem in der Romandie auf vehementen Widerstand gestossen. «Die Frauen sind nicht bereit, ein Jahr länger zu arbeiten ohne Lohngleichheit und Verbesserungen bei der Care-Arbeit», sagt Prelicz-Huber. Nun hat auch dieser linke Widerstand dazu beigetragen, dass die Reform knapp abgelehnt wurde. «Den Arbeitgebern soll das eine Warnung sein: Ab-baumassnahmen sind in der Vergangenheit immer an der Bevölkerung gescheitert, der VPOD wird künftige Abbauvorlagen konsequent bekämpfen, so Prelicz-Huber.

«Das knappe Resultat ist ganz bestimmt nicht als Freipass zum Abbau bei der AHV zu interpretiere», ergänzt auch VPOD-Generalsekretär Stefan Giger. Insbesondere die zweite Säule stehe vor grossen Herausforderungen durch die steigende Lebenserwartung und die sinkenden Zinsen und Umwandlungssätze. «Es kann kein zukunftsfähiger Weg sein, Ren-tensenkungen über die Pensionskassen zu kompensieren», sagt Giger. Er bedaure die Ablehnung der Altersreform 2020 aber, weil sie für Teilzeitarbeitende und TieflöhnerInnen tatsächliche Fortschritte gebracht hätte, die jetzt weiter auf sich warten liessen.

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